Premiere von "With/Out Tutu" an Berliner Staatsoper

Berlin - Mit und ohne Tüll-Röckchen hat das Staatsballett Berlin am Sonntagabend die Premiere "With/Out Tutu" gefeiert. Die Ballett-Truppe von Intendant Vladimir Malakhov begeisterte das Publikum in der Staatsoper Unter den Linden mit einem dreiteiligen Abend.

Dabei begaben sich die Tänzer auf die Spuren klassischer Ballettkunst in zeitgenössischen Choreographien von William Forsythe, Jodie Gates und Clark Tippet. Neben Malakhov selbst wurde vor allem das russische Geschwisterpaar Polina Semionova und Dmitrij Semionov mit frenetischem Applaus gefeiert.

Auf einer in strahlendes Kobaltblau getauchten Bühne erkunden die Tänzer, darunter Malakhov, den "schwindelerregenden Schauder der Exaktheit" in Forsythes Choreographie "The Vertiginous Thrill Of Exactitude". Zu den Klängen des "Allegro Vivace" aus Schuberts 9. Sinfonie lösen sich die abgezirkelten Bewegungsabläufe in locker verspielte, trotz steifer Tutus (Tüllröckchen) fast entspannte Figuren auf.

Als Uraufführung zeigte das Staatsballett die Choreographie "Courting The Invisible" der US-Amerikanerin Jodie Gates, die damit ihr Debüt in Europa gab. Zu Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel-Mendelssohn erzählt sie eine abstrakte Geschichte vom realen und irrealen Glück. In ihrer "Annäherung an das Unsichtbare" ist die Bühne von den Scheinwerfern ähnlich wie von Sonnenstrahlen beschienen. In gemäßigt zeitgenössischen Figuren lässt Gates ihre Tänzerinnen und Tänzer mit geschmeidigen, sehr weichen Bewegungen durch die zufriedenen Momente eines Lebens wirbeln.

In Tippets Stück "Bruch Violin Concerto No 1" brillierten vor allem die 23-jährige Semionova und ihr drei Jahre älterer Bruder. Zum Adagio von Bruchs Violinkonzert Nr. 1 entfaltete das Tanzpaar in nahezu klassischem Stil all das vom Publikum so geliebte tänzerische Sehnen und Hoffen, Lieben und Leiden. Mit seinen großen Ensemble-Szenen und romantischer Tutu-Anmutung wurde die als deutsche Erstaufführung gezeigte Choreographie an diesem Abend eindeutig zum Lieblings-Stück der Zuschauer. Es musizierte die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Vello Pähn.

www.staatsballett-berlin.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Kas mit Karoline
Das New Yorker Regieduo 600 Highwaymen versuchte sich im Auftrag der Salzburger Festspiele an Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“. Lesen Sie hier unsere …
Kas mit Karoline

Kommentare