Das Profil stärken

- Es geht um die Zukunft Münchens als Tanzstadt. Es geht um die Sicherung der Münchner Biennale DANCE. Also geht es wie immer ums Geld. Morgen ist das - neben der Neukonzeption des Münchner Stadtmuseums (wir berichteten) - einer der Punkte, die auf der aktuellen Tagesordnung des Kulturausschusses stehen.

Einigkeit besteht darin, München als "eine Stadt des zeitgenössischen Tanzes" zu bewahren und überregional stärker zu profilieren. Dazu werden finanzielle Mittel und Planungssicherheit benötigt. Und man braucht - langfristig gesehen, aber dringend notwendig - endlich einen originären Ort für jene Tanzszene, die außerhalb der staatlichen Compagnien (Bayerische Staatsoper, Gärtnerplatztheater) ein ganz eigenes, künstlerisch hoch angesehenes Gewicht hat. Diese Szene wird hauptsächlich von der Stadt München unterstützt.

Eine wesentliche Konstante ist hier das alle zwei Jahre stattfindende DANCE Festival. 2006 ist es wieder so weit, die Finanzierung mit einer knappen Million Euro ist gesichert, Cornelia Albrecht nach unnötigem Hickhack als Leiterin bestätigt. Was jetzt zur Verabschiedung ansteht, ist die Mittelbereitstellung für die folgenden drei DANCE-Biennalen - 2008, 2010 sowie 2012. Dazu müssten im jeweiligen Vorlaufjahr 117 900 Euro genehmigt werden sowie im jeweiligen Festivaljahr 371 300 Euro.

Für eine jahreszeitliche Verlegung des Festivals von Herbst auf Frühsommer - alternierend mit der Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater - wird von Kulturreferentin Lydia Hartl noch geworben. Sie erhofft sich dadurch mehr Aufmerksamkeit und Attraktivität, scheint dabei jedoch vergessen zu haben, dass DANCE jahreszeitlich bereits mit einer anderen städtischen Angebot alterniert, dem Theaterfestival Spielart.

Aber zur Diskussion stehen morgen noch weitere, der Tanzszene zugute kommende Gelder: nämlich für 2006 bis 2010 pro Jahr 50 000 Euro. Die würden notwendig für den Fall, dass die Stadt München in den von der Kulturstiftung des Bundes ausgelobten "Tanzplan Deutschland - Tanzplan vor Ort" aufgenommen wird. Für den "Tanzplan" werden fünf Städte ausgewählt, die sich besonders eignen für die Forcierung des internationalen Tanzes in Deutschland. Diese Kommunen sollen für ihre entwickelten Modellprojekte über eine Dauer von fünf Jahren mit jeweils 1, 2 Millionen Euro vom Bund ausgestattet werden. Voraussetzung ist jene oben genannte Eigenbeteiligung.

Für den Tanzstandort München wäre das ein beachtlicher Gewinn. Und durchaus realistisch. Das eigene "Tanzhaus" dagegen wird bis auf weiteres nur Traum bleiben.

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