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Sie sprang kurzfristig ein und begeistert als Franz Moor: Valery Tscheplanowa in „Die Räuber“ am Residenztheater.

Residenztheater und Kammerspiele

Bühnenabschiede - Promis verlassen die Münchner Theater

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München - Immer mehr Schauspieler verlassen die Münchner Renommierhäuser. Jüngstes Beispiel ist Valery Tscheplanowa, die gerade für ihren Franz Moor in den „Räubern“ gefeiert wird. Sie scheidet Ende dieser Saison aus dem Ensemble aus. Auch an den Kammerspielen gibt es einige Fälle

Der Abschiedsreigen an Münchens Theatern hält an: Valery Tscheplanowa wird das Ensemble des Residenztheaters zum Ende der Spielzeit verlassen, um als freie Künstlerin zu arbeiten, wie ihre Agentin Elena Knipp im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. Martin Kušej, Intendant des Residenztheaters, der gerade an der Wiener Burg „Hexenjagd“ probt, wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern und verweist auf die Spielplankonferenz im Frühjahr 2017: Hier würden neben „künstlerischen Plänen“ auch „personelle Fragen“ für die Saison 2017/18 geklärt werden.

Mit Tscheplanowa verliert Kušej nach Shenja Lacher, der bereits im August seinen Abschied vom Haus angekündigt hatte, einen weiteren Publikumsliebling – und eine Leistungsträgerin.

Im Sommer hat die Schauspielerin die Spielzeiteröffnung am Staatsschauspiel gerettet: Erst Ende Juli übernahm Tscheplanowa die Rolle des Franz Moor in Schillers Drama „Die Räuber“, nachdem Bibiana Beglau aufgrund „künstlerischer Differenzen“ mit Regisseur Ulrich Rasche die Produktion verlassen hatte. Innerhalb weniger Wochen entwickelte die 36-Jährige ihre Interpretation des intriganten Moor und begeisterte bei der Premiere im September Publikum und Kritik. Die Inszenierung ist ein Erfolg: Man muss schnell sein, will man derzeit an Karten für die „Räuber“ kommen – was nicht nur, aber auch an Tscheplanowa liegt. Bei der nächsten großen Produktion des Residenztheaters steht sie ebenfalls im Mittelpunkt: Unter der Regie von Altmeister Hans Neuenfels probt Tscheplanowa derzeit „Antigone“ von Sophokles; Premiere ist am 10. Dezember.

Neuausrichtung der Kammerspiele treibt Publikumslieblinge aus dem Haus

Für ihre Leistungen wurde die Schauspielerin, die 1980 in der Wolga-Stadt Kasan in der damaligen Sowjetunion geboren wurde, mehrfach ausgezeichnet – im vergangenen Jahr etwa mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und 2014 beim Berliner Theatertreffen mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Ob und in welchen bereits bestehenden Produktionen Tscheplanowa in der Spielzeit 2017/18 als Gast weiter auf der Bühne des Residenztheaters zu sehen sein wird, ist noch unklar. Vieles deutet darauf hin, dass sie München zumindest als Franz Moor auch nach ihrem Abschied aus dem Ensemble erhalten bleiben wird. Gerüchte, wonach man sich in Bochum bereits freut, dass die Künstlerin 2018 ans Schauspielhaus wechselt, wo dann der niederländische Theatermacher und derzeitige Chef der Ruhrtriennale, Johan Simons, Intendant sein wird, will Tscheplanowas Agentin nicht kommentieren.

Münchens Theatergänger werden jedoch auch auf der anderen Seite der Maximilianstraße, an den Kammerspielen, bald einige lieb gewonnene Gesichter auf der Bühne vermissen: Brigitte Hobmeier wird das städtische Haus zum Ende der Spielzeit ebenso verlassen wie Katja Bürkle und Anna Drexler. Hobmeier gehört seit dem Jahr 2005 zum Ensemble, zuvor war sie an Christian Stückls Volkstheater engagiert. Bürkle ist seit der Saison 2008/09 Ensemblemitglied, und Drexler kam mit Beginn der Spielzeit 2013/14 fest ans Haus. Dass die Schauspielerinnen die Kammerspiele verlassen, liegt vor allem an der neuen Ausrichtung unter Intendant Matthias Lilienthal. Der ehemalige Chef des Berliner Theaters Hebbel am Ufer und des Mannheimer Festivals „Theater der Welt“ übernahm die Leitung der Kammerspiele mit der Spielzeit 2015/16 von Johan Simons. Lilienthal entwickelt sein Haus seitdem konsequent weg vom Sprechtheater hin zur Performance-Bühne.

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