Protest und Poesie

- Ihre Lieder waren Hymnen der Friedensbewegung, des Freiheitskampfes, des Widerstands. "No, no, no nos moverán", sie werden uns nicht unterkriegen, schallte es schon aus den Kehlen unterdrückter nicaraguanischer Bauern wie aus denen Madrider Kommunisten. "Cantautores", etwas altbacken übersetzbar mit "Liedermacher", haben es im vergangenen halben Jahrhundert immer wieder verstanden, Stimmungen im Volk einprägsame Melodien und Textzeilen zu verpassen.

<P>Was von dieser Tradition heute auf der iberischen Halbinsel geblieben ist, zeigt ab kommender Woche eine Konzertreihe im Münchner Instituto Cervantes. </P><P>Längst kommt es den Nachfolgern von Victor Jarra und Joan Manuel Serrat, etwas weitläufiger auch von Bob Dylan oder Joan Baez, nicht mehr in erster Linie auf politische Botschaften an. Seit dem Ende der Franco-Diktatur muss Musik in Spanien keine Freiheitsparolen mehr zwischen den Zeilen verstecken. Manch Cantautor hat sich da lieber auf poetische Schilderungen seines Innenlebens verlegt. </P><P>Musikalisch sind die Lieder dafür oft anspruchsvoller geworden. Vorbei die Zeit, als Protestmusiker möglichst schlichte Akkorde an der Gitarre abgriffen, damit nichts von ihren brisanten Texten ablenkte. In der "Cantautores"-Reihe bekommen die Münchner von der arabisch beeinflussten Weltmusik eines Javier Ruibal bis hin zu Kiko Venenos Flamenco-Rock ein breites Spektrum geboten. <BR>Wie dehnbar der Begriff "Cantautor" geworden ist, zeigt am deutlichsten der katalanische Bürgerschreck Albert Pla mit seinen provokanten Texten, die sich zwischen Nihilismus, Political Incorrectness und Schocktherapie bewegen. </P><P>Vergleichsweise nah sind da den guten alten Songwritern noch Luis Pastor und Pedro Guerra, die gemeinsam auftreten. Grund zum Protestieren, das stellen sie klar, haben die Spanier auch heute noch - spätestens seit der Öltanker Prestige Galiziens Küsten verseuchte und Regierungschef José María Aznar mit der Unterstützung des Irak-Kriegs die Massen gegen sich aufbrachte.</P><P><BR>Tel. 089/ 29 07 18 -13 oder -48</P><P></P><P>@  www.cantautores.de </P>

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