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Pure und intelligente Party mit Arrested Development in der Muffathalle

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Von: Armin Rösl

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Arrested Development am Montagabend in der Münchner Muffathalle © Armin Rösl

Seit 35 Jahren tragen Arrested Development Botschaften der Liebe in die Welt - der Soul-Rap-Funk-Mix macht auch die Besucher in der Muffathalle froh.

München - Dicke Schlitten, goldene Halsketten und Zähne, "mothafucka"-Rufe und Gangsta-Gehabe - das alles ist Kindergarten gegen den puren und reinen HipHop und Soul-Rap-Funk-Mix von Arrested Development. Keine Geldmaschine, kein sündteurer Merchandise, kein T-Shirt-Verkauf, nur acht Musiker um Mastermind und Sänger Speech, der an diesem Montagabend nur eines will: "Let us celebrate the real music, the real HipHop!" 

Das lassen sich die Fans, die meisten 40+, in der gut zur Hälfte gefüllten Muffathalle nicht zweimal sagen. Speech und seine Gruppe bildeten Anfang der 1990er-Jahre mit ihrem revolutionären Hiphop den intelligenten Gegenpart zu all den auf dicke Hose machenden Muskelprotzen. Und sie tun es bis heute. 

Speech sei Dank. Politische Texte gegen Rassismus, Armut und für Love & Peace, lässiger Groove live gespielt ohne großes Sample-Gedöns, dazu die wunderbar angenehme, aber im wahrsten Sinne des Wortes starke Stimme von Speech - das alles ist schon wohltuend, geht in Hirn, Herz und Hose. 

Das i-Tüpfelchen aber sind die beiden Sängerinnen, die figürlich und wegen ihres fortgeschrittenen Alters so gar nicht dem gemeinen HipHop-/Rap- und Gangsta-Style entsprechen - die aber mehr Erotik und Energie allein schon Kraft ihrer Stimmen ausstrahlen, als zwanzig knappbehoste junge Dümm-, verzeihung: Dünnchen, die bei Rapper 08/15 herumhoppeln und quietschen. 

Seit nunmehr 35 Jahren bringen Arrested Development ihre Botschaft der Liebe, des Friedens, des Miteinanders und der puren und klugen Musik in die Welt. Songs wie "People everyday", "Mr. Wendal" und "Tennessee" machen Sie zu dem, was oft fehlt im Leben: zu einer Wohltat.

Armin Rösl

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