Radiohead-Fans waren ziemlich knauserig

Hamburg/New York - Mit ihrer Idee, die Fans selbst den Preis für das neue Album bestimmen zu lassen, wirbelte die britische Band Radiohead zwar die Musikindustrie gehörig durcheinander - kommerziell war das Experiment aber offenbar kein großer Wurf.

Rund 62 Prozent der Nutzer hätten von der Option Gebrauch gemacht, das Album "In Rainbows" gratis im Internet herunterzuladen, ergab eine Studie der Internet-Marktforschungsfirma ComScore. Wer zahlte, gab demnach im Schnitt sechs Dollar aus - mit den Nichtzahlern ergebe sich aber ein Durchschnittspreis von nur 2,26 Dollar. Immerhin zwölf Prozent seien bereit gewesen, mit acht bis zwölf Dollar in etwa den handelsüblichen Preis zu bezahlen.

Radiohead hatten mit dem Experiment für viel Aufsehen gesorgt. In Medienkommentaren war auch von einem Signal für das Ende der traditionellen Musikindustrie die Rede. Neben den Downloads können die Fans auf der Radiohead-Website seit Anfang Oktober auch für 40 Pfund (57,50 Euro) ein Set aus einer Doppel-CD und zwei Vinyl-Platten für Anfang Dezember vorbestellen. Wie der Absatz läuft, ist nicht bekannt. Außerdem wird "In Rainbows" zusätzlich und ganz traditionell bei dem Label XL Recordings/Beggars Group erscheinen. Ein genauer Termin ist aber noch nicht bekannt.

Die frühere Radiohead-Plattenfirma EMI will unterdessen alle sieben vorherigen Alben der Band Anfang Dezember in einem Paket veröffentlichen - auch auf einem 4 Gigabyte fassenden USB-Stick. (dpa)

www.inrainbows.com

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