Der Rächer der Musicalbühnen

- Noch fegt in Elton Johns rockigem Musical "Aida" brennend heißer Wüstensand über die traditionsreiche Bühne des Deutschen Theaters, da kündigt sich auch schon die nächste große Produktion im Haus in der Schwanthaler Straße an. Dort, wo derzeit noch die nubische Prinzessin im Schatten der Pyramiden liebt und leidet, werden ab 4. März 2006 der heldenhafte Robin Hood und seine tapferen Mannen für vier Wochen ihr Lager aufschlagen, um im Sherwood Forest endlich wieder für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen.

Klarer Sieger der Uraufführungs-Schlacht

Denn was auf der Leinwand schon mehrfach funktioniert hat, kann ja auch fürs Theater nicht grundsätzlich schlecht sein. So bläst der legendäre Rächer der Enterbten und Held zahlreicher Kinoabenteuer, von Erroll Flynn und Kevin Costner bis hin zu Mel Brooks, nun also auch zum Angriff auf die deutschen Musicalbühnen. Eine Schlacht, aus der er zumindest bei der bejubelten Uraufführung, die jetzt in Bremen über die Bühne ging, schon mal als klarer Sieger zurückgekehrt ist.

Aber mit ihren finsteren Bösewichtern, strahlenden Helden und einer unschuldigen Prinzessin in Not hat die turbulente Story ja schließlich auch wirklich fast alles, was man für einen spannenden und unterhaltsamen Theaterabend braucht.

Die Musik zu diesem bunten Abenteuer-Spektakel für die ganze Familie stammt vom Komponisten Martin Doepke, der dem Münchner Publikum durch sein Märchen-Musical "Die Schöne und das Biest" wohl noch in bester Erinnerung sein dürfte. Jenes Spektakel, mit dem Produzentin Andrea Friedrichs zu Beginn des Jahres ihre erste Visitenkarte als neue Intendantin des Deutschen Theaters abgegeben hatte. Mit "Robin Hood - Für Liebe und Gerechtigkeit" wird das eingespielte Team, zu dem auch die beiden Texter Elke Schlimbach und Grant Stevens zählen, nun im nächsten Frühjahr auch sein neuestes gemeinsames Werk in der bayerischen Landeshauptstadt vorstellen.

Martin Doepkes Musik bewegt sich dabei irgendwo zwischen flotten Gospel-Nummern und populärer irischer Folklore und bietet damit vor allem in den großen Tanznummern den beiden Choreographen Paul Kribbe und James de Groot reichlich Gelegenheit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Neben aufwändigen Dekorationen und den farbenprächtigen Kostümen der bekannten Modeschöpferin Ella Singh werden darüber hinaus auf der Bühne auch zahlreiche spektakuläre Schwertkämpfe geboten.

Und was sich hier zwischen den schweren Burgmauern und den tiefen Wäldern von Sherwood an Action abspielt, dürfte man so wohl schon lange nicht mehr auf einer Bühne erlebt haben. Aber immerhin hat man hierfür mit Malcolm Ranson auch einen echten Profi ins Team geholt, der bereits bei den "Drei Musketieren" im Berliner Theater des Westens für die richtige Mantel- und Degen-Stimmung verantwortlich war und auch hier wieder ganze Arbeit leistet.

Günther Kaufmann als Bruder Tuck

Natürlich wäre "Robin Hood" kein echtes Familien-Musical, wenn zwischen all den durchtriebenen Machenschaften und aufregenden Kämpfen nicht auch noch ein wenig Platz für eine herzerwärmende Liebesgeschichte wäre. Doch haben der schmucke Robin und seine Lady Marian auf dem Weg zu ihrem Happy End erst einmal noch so einige Hindernisse zu überwinden und Gefahren durchzustehen. Denn der Sheriff von Nottingham verfolgt hier ebenso seine finsteren Pläne wie die Königin selbst oder der zwielichtige Bischof von Herford, der unseren Helden lieber heute als morgen aus dem Weg räumen möchte.

Dafür, dass die Kirche am Ende aber doch nicht ganz so schlecht wegkommt, sorgt Günther Kaufmann. Er wird nach seinen Auftritten in Bremen und Düsseldorf natürlich auch im Deutschen Theater wieder als Bruder Tuck mit von der Partie sein und somit auch in seiner Heimatstadt seinen neuen seelsorgerischen Pflichten nachkommen.

Wobei er die tapferen Männer von Sherwood nicht nur mit satten Gospel-Klängen unterstützen wird, sondern auch schon mal selbst beherzt mit anpacken darf, wenn es darum geht, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Und wenn wir ehrlich sind, dann wollen wir im Kino wie im Theater doch letztlich alle immer nur das eine, ein Happy End.

Von 4. März bis 2. April. Karten: 089/ 55 23 44 44.

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