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Kent Nagano, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, ist zurückgetreten.

Rätselraten um Nagano-Nachfolge

München - Nach dem Rückzug Kent Naganos als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper hat das Rätselraten um seine Nachfolge begonnen.

Im Jahr 2013 will der Star-Dirigent seinen Hut nehmen. Nach Hinweisen, Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) wolle den Vertrag mit dem US-amerikanischen Star-Dirigenten nicht verlängern, hatte Nagano erklärt, er stehe für Verhandlungen nicht mehr zur Verfügung.

Die “Süddeutsche Zeitung“ spekulierte unter anderem über Fabio Luisi, der bei der Festspiel-Premiere von “Tosca“ in der vergangenen Woche bereits in München am Pult stand, und den russischen Dirigenten Kirill Petrenko als mögliche Kandidaten.

Das Kunstministerium hält sich in der Nachfolge-Diskussion weiter bedeckt. Heubisch wolle derartige Personalfragen nicht über die Öffentlichkeit diskutieren, sagte eine Sprecherin. Voraussichtlich im Herbst soll die Entscheidung fallen. Die Sprecherin wies außerdem darauf hin, dass mit Ausnahme von Wolfgang Sawallisch alle Generalmusikdirektoren der Bayerischen Staatsoper weniger als zehn Jahre im Amt gewesen seien. Wenn Nagano 2013 geht, war er sieben Jahre lang Chefdirigent an der Staatsoper.

Das Münchner Opernpublikum machte unterdessen klar, dass es von dem Rückzug ihres Generalmusikdirektors nicht viel hält. Bei seinem ersten Auftritt nach Bekanntgabe seines Abschieds wurde Nagano am Dienstagabend im Münchner Nationaltheater bejubelt. Er dirigierte bei den Opernfestspielen Mozarts “Don Giovanni“ - und erntete schon vereinzelte Bravo-Rufe, als er zu Beginn ans Pult trat.

Nach dem Ende der von Stephan Kimmig inszenierten Aufführung, die im Gegensatz zu ihrer Premiere im vergangenen Jahr beim Publikum großartig ankam, galt dem Star-Dirigenten dann fulminanter Applaus. Die Besucher klatschten minutenlang und trampelten mit den Füßen. Vereinzelt waren “Nagano“-Rufe zu hören.

dpa

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