Raffinierte Verheißungen

- Die Nostalgie hat uns wieder: Arletti, Danielle Darrieux, Michèle Morgan, Jeanne Moreau, Cathé´rine Deneuve - Alabasterhaut, Wimpern-umkränzter Blick, erotische Verheißungen; Gérard Philippe, Charles Aznavour, Jean-Paul Belmondo, Jean Gabin - die sanften und die starken Männer.

Schön sind sie alle, so in Schwarz-Weiß festgehalten, diese großen Darsteller und Stars aus den 30er- bis 80er-Jahren, durch die Kunst lang geübter Set-Fotografen zwischen Wirklichkeit und Traum zu Mythen entrückt: "Filmschauspieler", eine kleine sehenswerte Ausstellung aus der Fotosammlung des französischen Kulturministeriums, jetzt im Münchner Institut français.

In der Maske, bei den Dreharbeiten und natürlich viele Glamour-Porträts - alles ursprünglich Werbe-Fotografien für die Lichtspiel-Paläste, Plakate und Illustrierten. Reklame, die der Kinogänger sich gerne gefallen ließ. Denn hier wurde schließlich zu Filmen von Regie-Größen wie Marcel Carné, Abel Gance, Jean Renoir, Marcel Pagnol, Orson Welles und, und, und verführt, und das mitnichten plakativ billig.

Roger Corbeau, Sam Lévin, Raymond Voinquel, Roger Parry, Emmanuel Loewenthal und andere (leider kreuz und quer gehängt) waren Künstler, die in den einen kurzen fotografischen Augenblick schon die Magie des Films einzubannen verstanden: ob in die elegante Allüre der schönen Edwige Feuillère, in das klare Gesicht der "Blaubart"-Kindfrau Cécile Aubry (1951, Regie: Christian-Jaque) oder in Audrey Hepburns dunklen Sanftblick.

Die Stile sind verschieden. Loewenthal zum Beispiel, der seine Techniken bis 1933 in den großen deutschen Filmstudios erworben hatte, fängt die Essenz eines Films gerne in einer Spielszene ein. Voinquel identifiziert den Film mit dem Hauptdarsteller, hüllt  diesen  ein  in  die

Schmollmund-Pose

Aura makelloser "Sophistication" à la Hollywood. Corbeau dagegen kreiert eher dramatisch ausdrucksstarke Porträts. Und Lé´vin, der auch außerhalb der Aufnahme-Lokalitäten im eigenen Studio arbeitet, entwickelt im Vertrauensverhältnis mit den Stars offensichtlich den neuen, den sorglos-lockeren Stil der 60er-Jahre. Ihm zu verdanken - das erfährt man hier endlich - die vor 45 Jahren durch die Printmedien gegangenen, männliche Begehrlichkeit und weiblichen Neid provozierenden Wespentaillen- und Schmollmund-Posen des angehimmelten Idols Brigitte Bardot.

Bis 20. Oktober, außer Wochenende, 10-19, freitags bis 15 Uhr; Kaulbachstraße 13, Tel 089/ 28 66 28 36.

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