Am Rand der Prärie

- "Wir sind ein internationales Festival", betont Hermann Barth, Leiter des Münchner Dokumentarfilmfestivals. "Aber das zu betonen, fiel uns in diesem Jahr wirklich schwer. Es gab so viele gute Dokumentationen aus Deutschland - wir hätten das gesamte Festival mit einheimischen Produktionen bestreiten können." Hat man dann aber doch nicht, wie das Programm des 20. Dok.Fests zeigt. Filme aus Madagaskar, Niger, Nordkorea, China, Nicaragua oder den Philippinen gibt es zu sehen.

<P class=MsoNormal>In manchen Arbeiten wie beispielsweise "Neruda" von Ebbo Demant entdeckt man Erstaunliches über Pinochets Eitelkeit oder Nerudas Sprachkunst. Andere wiederum eröffnen völlig fremde Lebenswelten wie etwa Klaus Stanjeks "Kommune der Seligen" über deutschstämmige Hutterer, die sich als direkte Nachfahren der radikalen Wiedertäufer aus der Reformationszeit verstehen und heute noch wie damals leben, in einer Enklave nahe der nordamerikanischen Prärie. Neben zahlreichen Erstaufführungen sind auch schon erfolgreich auf Festivals gezeigte Dokumentationen wie "Horst Buchholz . . . mein Papa" von Schauspieler-Sohn Christopher oder "Katzenball" der Schweizerin Veronika Minder zu sehen.</P><P class=MsoNormal>Eine Woche, vom 6. bis zum 14. Mai, laufen täglich mindestens 16 Filme an den verschiedenen Veranstaltungsorten Arri-Kino, Filmmuseum, Atelier, Rio Filmpalast, Maxim oder dem neu dazu gewonnenen Vorführraum in der Pinakothek der Moderne. Über 100 Filme werden in diesen Tagen über die Leinwände flimmern, eingeteilt in die Sektionen Horizonte, Neue Filme aus Bayern, der Retrospektive "Best.Doks 20/20" und dem international besetzten Wettbewerb, an dessen Finale sich die Preisverleihung des vom Bayerischen Rundfunk gestifteten Dokumentarfilmpreises 2005 und die Vergabe der Festivalauszeichnung "Der besondere Dokumentarfilm" anschließend wird. "Wir hoffen auf passendes Wetter", verkündete Barth. Vielleicht ziehen ja tatsächlich Wolken auf - das ambitionierte Programm hätte Beachtung verdient.</P><P class=MsoNormal>Karten: München-Ticket, www.dokfest-muenchen.de.</P>

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