Raritäten eines Grandiosen

- "Hommage an Mantegna" titelt die Staatliche Graphische Sammlung. Mit einer kleinen, aber überaus exklusiven Ausstellung erinnert sie in der Münchner Pinakothek der Moderne an den 500. Todestag (13. September, Mantua) des grandiosen Italieners. 1431 wurde er in der Nähe von Padua geboren. Nicht nur Auftraggeber, auch Künstlerkollegen lagen ihm zu Füßen - dem Maler Andrea Mantegna und dem Grafiker.

Gerade der wurde durch die Möglichkeiten der Vervielfältigung, die im Druck liegen, weithin berühmt. Noch Rembrandt nutzte diese Kupferstiche und lernte daraus.

Die Graphische Sammlung besitzt - was kaum eine andere Institution von sich behaupten kann - alle sieben Kupferstiche Mantegnas aus eigener Hand und fünf aus seiner Werkstatt, und zwar in guter Qualität. Dieses kleine Œuvre ist nun zu bewundern.

Den Auftakt macht eine Maria, die inniglich mit dem Jesuskind schmust. Eine Szene, die man dem Monumentalisten gar nicht zugetraut hätte. Grandezza findet sich schon eher in der Geißelung und Grablegung Christi. Mit dem Grabstichel werden die Leiber quasi modelliert. Statuen scheinen sich nach vollendetem Druck vom Blatt zu lösen. Die Gesichter und Körper werden zu end-gültigen "Ikonen" des Leids. Neben dieser Ausdruckskraft gibt es sagenhaftes Können zu entdecken: etwa wie sich Gewandfalten an Beine schmiegen, als würde mit einer Vakuumpumpe die Luft abgesaugt.

Ist bei Heiligmäßigem Würde gefordert, darf man beim antiken Mythos fantasmagorisch, frech und lüstern sein. Da schlägern sich Tritonen mit Fischen und Knochen, da saufen sich Silen und Freunde die Kniee weich.

Bis 3.9., Tel. 089/ 23 80 53 60.

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