Raus in die Welt

- Sommerzeit ist Ferienzeit. Und wohin die Reise gehen kann, in Fantasiewelten oder nur um die Ecke zum Spielplatz, zu Fuß oder per Flieger, das spielen einige neue Kinderbücher durch.

<P>Wer verreisen will, muss wissen, was er in den Koffer packt. Gestaltet wie ein Koffer mit Tragegriff und Lederecken ist denn auch das farbenfroh-detailliert illustrierte Buch für die Jüngsten <BR>"Eine Nacht woanders" von Emmeke van der Put (Coppenrath Verlag, Münster; 14,95 Euro). Die erste Nacht in fremder Umgebung muss gar nicht weit weg und kann doch sehr aufregend sein. Tom übernachtet bei der Kindergartenfreundin. Als er merkt, dass er den Kuschelkater nicht eingepackt hat, wird es gespenstig - dennoch geht alles gut aus.</P><P><BR>Voller Magie ist die von Marie Louise Gay luftig und zart colorierte Erlebnisreise der rothaarigen Sophie mit dem immer fragenden Theo durch Feld, Wald und Fluss. Auf der Suche nach der Waldfee entdecken und erklären sich die großkopfigen Kinder die Beschaffenheit von Schafen, Bienen, Bäumen und Felsen: <BR>"Sophie und die Waldfee" (Carlsen Verlag, Hamburg; 13,50 Euro).</P><P><BR>Auch Grünschnabel, ein frisch geschlüpfter Vogel, lernt allerlei Getier kennen. Die witzigen Illustrationen und der wenige Text von Leopé laden zur erzählerischen Ausschmückung ein. In diesem Gute-Nacht-Buch <BR>"Grünschnabel entdeckt die Welt" (Baumhaus Verlag, Frankfurt; 9,90 Euro) erfährt der Vogel an seinem ersten Tag schon alle Facetten des Lebens: "Sie stinkt, die Welt, sie grunzt und quiekt." <BR>Der bemerkenswerte Illustrator Ian Falconer erreicht in </P><P><BR>"Manege frei für Olivia" (Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg; 12 Euro) mit Grau-Braun-Nuancen eine fast filmische Plastizität, der er nur ein knalliges Rot oder Rosa entgegensetzt. Olivia, ein Schweinemädchen mit Krumpelmund, ist im Zirkus als Clown, Akrobatin, Dompteuse eingesprungen. So jedenfalls erzählt sie es der Klasse, was ihr der Lehrer wieder nicht recht glaubt. Ein ruhiges, minimalistisches Buch mit aufklappbaren Doppelbögen - auch für Erwachsene geeignet.</P><P><BR>Viel Fantasie braucht es auch, in der amerikanischen Großstadt ein Leben als echtes Cowgirl zu führen. Da muss das Mädchen sich mit Cowboyhut gegen den langweiligen Alltag - Schule, Puppenspiel und Wäscheaufhängen - behaupten. Im gekritzelten Cartoonstil lassen Jeanne Willis und Tony Ross die Alltagswelt und den Traum von Freiheit und Prärie aneinander prallen. Die übersetzte Reimform gerät im Deutschen leider etwas holperig: <BR>"Ich will ein Cowgirl sein" (Gerstenberg Verlag, Hildesheim; 12,90 Euro).<BR>Nach Amerika wollen auch Veronika und Clemens. Und dafür nimmt man den Flieger. Das Sachbuch von Christian Tielmann und Isabel Kreitz </P><P><BR>"Mit dem Flugzeug unterwegs" (Kinderbuchverlag, Luzern; 13,80 Euro) informiert über die Vorgänge, Verhaltensweisen und Fakten rund ums Flugzeug und Fliegen: die Abfertigung im Flughafen, historische Flugapparate, der Auftrieb, der Querschnitt eines Jumbojets, die Wartung, Probleme für Menschen und Umwelt. Sachlich sehr informativ - auch englische Begriffe und ihre Aussprache werden erklärt -, aber zeichnerisch verwirrend aufbereitet, mag es manche Angst nehmen und den Flug aufregender machen.</P><P><BR>"Kinners, da lasst ihr man schön die Finger von", warnt Käpt'n Blaubär seine drei Enkel, als diese eine Flaschenpost mit Schatzkarte geangelt haben. Und berichtet vom grad noch mal glimpflich verlaufenen Abenteuer auf der Schmatzinsel - einer riesigen Fleisch fressenden Pflanze. Diese und fünf weitere (Nicht- Reise-) Geschichten von Brigitte Hoffmann mit Walter Moers' Käpt'n Blaubär, den drei Bärchen und Hein Blöd auf dem Kutter finden sich im neuen Band des modern gesponnenen, mit norddeutscher Schnodderigkeit unterlegten Seemannsgarns namens "Käpt'n Blaubär - die Schmatzinsel", (Carlsen, Hamburg; 7,90 Euro). <BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Zeit seines Lebens hat Jerry Lewis die Menschen zum Lachen gebracht. Diese Fähigkeit schien ihm angeboren zu sein. Dabei durchlebt auch der Komiker schwarze Stunden.
Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“

Kommentare