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Beste Haupt- und beste Nebendarstellerin: Kate Winslet ist die große Gewinnerin der 66. Golden Globes.

Die 66. Golden-Globe-Verleihung

Rauschende Nacht mit großen Gefühlen

Die britische Schauspielerin Kate Winslet und das einfühlsame Drama „Slumdog Millionär“, das im März in den deutschen Kinos startet, sind die großen Gewinner der 66. Verleihung der Golden Globes.

Es war ein rauschendes Fest, eine Gala der großen Gefühle und bewegenden Worte. Die britische Schauspielerin Kate Winslet wurde bei der Verleihung der Golden Globes in der Nacht auf Montag als beste Schauspielerin (für „Zeiten des Aufruhrs“ mit Leonardo DiCaprio, der leer ausging) und beste Nebendarstellerin in der Rolle der tragisch liebenden KZ-Aufseherin in der Romanverfilmung von Bernhard Schlinks Bestseller „Der Vorleser“ ausgezeichnet. Als die 33-Jährige auf die Bühne im Großen Ballsaal des Beverly Hills Hotels in Los Angeles gerufen wurde, war sie echt überrascht: „Kann das wirklich wahr sein?“ Unter Tränen entschuldigte sie sich bei ihren Schauspiel-Kolleginnen Anne Hathaway, Angelina Jolie, Meryl Streep und Kristin Scott Thomas, die ebenfalls als beste Schauspielerinnen nominiert waren und die Trophäe „ebenso verdient“ gehabt hätten: „Ich bin es nicht gewohnt zu gewinnen. An meine Kinder, die mich im Fernsehen sehen: Schaut her, ich habe gewonnen.“ Winslet ist nun Favoritin für den Oscar, der am 23. Februar verliehen wird.

Gleich vier Statuetten mit der goldenen Erdkugel gab es für „Slumdog Millionär“, der als bestes Drama sowie für die Regie von Danny Boyle, für das Drehbuch und die Musik ausgezeichnet wurde. Der Film, der am 19. März in Deutschland anläuft, erzählt die Geschichte eines Waisenjungen aus Bombay, der aus großer Armut zum Gewinner der indischen Variante von „Wer wird Millionär?“ aufsteigt. Das anrührende Drama gilt nun ebenfalls als Kandidat für die Oscars. Leer ging bei der Gala, die vom Verband der Hollywood-Auslandspresse organisiert wird, dagegen die deutsche Produktion „Der Baader Meinhof Komplex“ aus. Den Preis als bester fremdsprachiger Film erhielt die animierte Dokumentation „Waltz with Bashir“ aus Israel, die von den Erlebnissen eines Soldaten im Libanonkrieg 1982 berichtet, der Zeuge der Massaker von Sabra und Schatila geworden war. An dem Film arbeiteten auch die Berliner Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul mit. Regisseur Ari Folman, dessen eigene Erlebnisse als Soldat Grundlage des Films sind, widmete die Trophäe den acht Kindern seiner Crew-Mitglieder, die während der Produktionszeit zur Welt kamen – verbunden mit der Hoffnung, dass diesen der Film „eines Tages wie ein altes Videospiel vorkommt und nichts mehr mit ihrem Alltag zu tun hat“.

Einen emotionalen Höhepunkt erlebten die Gäste außerdem, als Heath Ledger postum als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Joker im „Batman“-Film „Dark Knight“ geehrt wurde. Der Australier war vor einem Jahr im Alter von 28 Jahren an einer Überdosis Medikamenten gestorben. Regisseur Chris Nolan nahm den Preis stellvertretend entgegen: Er tue dies mit Trauer, aber auch mit unglaublichem Stolz, sagte er. Ledger sei ein herausragender, hingebungsvoller Schauspieler gewesen: „Mit dem Tod von Heath ist ein Loch in die Zukunft des Kinos gerissen worden.“ Mit dieser Ehrung steigen die Chancen, dass Ledger postum einen Oscar bekommt. Die Nominierungen werden am 22. Januar veröffentlicht – genau ein Jahr nach dem Tod des jungen Schauspiel-Talents.

Ein anderer Schauspieler, den viele schon häufig abgeschrieben hatten, feierte bei den 66. Golden Globes sein Comeback: Mickey Rourke erhielt die Auszeichnung als bester Schauspieler. Rourke, der Anfang der Neunzigerjahre selbst einige Kämpfe als Profiboxer bestritt, spielt in dem Sportlerdrama „Der Wrestler“ einen Ex-Wrestling-Star, der nach 20 Jahren sich nochmals in den Ring zurückschindet. Der Musiker Bruce Springsteen wurde zudem mit einem Globe für seinen Titelsong zum Film ausgezeichnet.

Die 66. Verleihung der Golden Globes wurde in mehr als 150 Länder übertragen. In Deutschland schalteten in der Nacht auf Montag um zwei Uhr rund 180 000 Zuschauer den Privatsender Pro Sieben ein.

von David Germain und Michael Schleicher

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