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Reise zum Erdöl: So inszeniert Castorf den Bayreuther Ring

Bayreuth - Dem schwarzen Gold auf der Spur:  Intendant Frank Castorf hat erste Details über seine Ring-Inszenierung 2013 bei den Bayreuther Festspielen verraten.

Intendant Frank Castorf hat erste Details über seine „Ring“-Inszenierung 2013 bei den Bayreuther Festspielen verraten. „Für mich ist es eine Reise hin zum Gold unserer Tage - zum Erdöl“, sagte Castorf der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag). Das Bühnenbild führe vom Berliner Alexanderplatz bis zur Wall Street in New York.

Der Intendant der Berliner Volksbühne wird im kommenden Jahr in Bayreuth den Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“ zum 200. Geburtstag von Richard Wagner auf die Bühne bringen. „Bayreuth ist für mich eine Grenzüberschreitung“, sagte er. „Der Konservatismus ist dort viel ausgeprägter. Wenn schon Oper, dann in Bayreuth. Und wenn schon, dann den "Ring", dieses Gesamtkunstwerk. Wäre das Angebot aus Wien oder woandersher gekommen, ich hätte es nicht gemacht.“

Es werde für seine Inszenierung eine Drehbühne geben, und er werde mit dem Medium Film arbeiten, verriet Castorf. Bühnenbildner Aleksandar Denic habe den Berliner Alexanderplatz „als postmodernen Sozialismus“ gebaut: „Auf einer Drehbühne wird Ost-West zusammengebracht, das ist unsere Zeitreise. Sie beginnt irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg.“ Wenn sich die Bühne drehe, sei man in New York an der Wall Street. „Ich will diese Ambivalenz und keine eindeutige Aussage“, sagte Castorf. „Eindeutige Aussagen stimmen selten. Aber richtig ist: Alle Systeme, die wir hatten, haben sich als Walhalla herausgestellt. Und gegenwärtig lösen sich alle moralischen Werte auf.“

In die Partitur oder ins Libretto dürfe er nicht eingreifen, sagte der Regisseur. Er habe deshalb zunächst gezögert. „Jetzt steht es im Vertrag, leider. Das ist ein Risiko. Weil ich nicht mehr die Möglichkeit habe, den Wagner-Stoff mit etwas anderem gegenzuschneiden.“

dpa

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