Rekord für Lenbachhaus

- München - Mit rund 300 000 Besuchern ist am Sonntag die Franz-Marc-Schau in München zu Ende gegangen. "Wir sind stolz und froh über dieses große Ausstellungsprojekt", sagte am Montag Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. "Es war die erfolgreichste Ausstellung 2005 in Deutschland."

Selbst die spektakuläre Goya-Ausstellung in der Alten Nationalgalerie in Berlin im vergangenen Jahr zählte nur 230 000 Kunstinteressierte. Gleichzeitig sei es das beste Ergebnis gewesen, das das Lenbachhaus jemals erzielt habe. Die rund 260 Arbeiten der Schau im Kunstbau des Lenbachhauses waren von etwa 100 verschiedenen Leihgebern zu Verfügung gestellt worden.

In den letzten Tagen habe man wegen des großen Besucheransturms die Ausstellung 15 Stunden geöffnet. Dennoch hätten die Besucher bis zu drei Stunden warten müssen. "Mit dem Erfolg sind wir auch an Kapazitätsgrenzen gestoßen", sagte Friedel. Den Erfolg der Ausstellung begründete er unter anderem mit dem "Mythos" des früh gestorbenen Franz Marc (1880-1916), dessen Todestag sich am 4. März zum 90. Mal jährt. "Die Bilder von Franz Marc gehören zu den schönsten, beliebtesten und deshalb auch populärsten der Moderne."

Bekannt wurde Marc vor allem durch seine farbenfrohen Tierbilder. Nach Abitur und Militärdienst hatte der gebürtige Münchner 1900 zunächst ein Kunststudium an der Münchner Akademie begonnen. Einen Wendepunkt in Marcs malerischem Schaffen brachte 1908 ein Sommeraufenthalt in Lenggries nahe Bad Tölz, bei dem der Künstler erstmals das Motiv einer Pferdegruppe malte. Mit Wassily Kandinsky und anderen gründete Marc später die Künstlergruppe "Blauer Reiter". Franz Marc starb 1916 bei einem Erkundungsritt an der Westfront nahe Verdun.

Als nächstes Projekt kündigte Friedel eine Ausstellung mit Bildern des fast vergessenen Münchner Landschaftsmalers Ernst Kaiser (28. Januar bis 23. April) an. Ausgehend von dem Gemälde "Blick von Oberföhrung nach München" von 1839 versammelt die Ausstellung die wenigen in öffentlichen Sammlungen befindlichen Gemälde Kaisers (1803-1865). Schwerpunkt der Schau ist eine Auswahl von farbigen Papierarbeiten aus der Staatlichen Graphischen Sammlung in München.

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