Mit Rekord-Qualität

- Wenn eine Veranstaltung keine Sorge um den Kartenverkauf zu haben braucht, dann ist es Konstanze Vernons Bosl-Ballettmatiné´e im Münchner Nationaltheater. Mit Stolz zählte die Schulchefin diesmal 14 (Rekord) engagierte Absolventen auf. Und wenn sie "schon wieder verliebt" ist, handelt es sich, klar, um die nachgewachsene Studenten-Generation. Wie um die guten Zukunftsgeister zu beschwören George Balanchines Tschaikowsky "Serenade" zu Beginn: ein immer noch wunderschönes Ballett, das der große Neoklassikmeister 1934 für seine eigenen Ballettstudenten entworfen hat - just um ihnen den Unterschied zwischen Training und Bühnentanz deutlich zu machen. Hervorragend darin die Bosl-Jungballerinen.

<P>Danach das umfangreiche Ballettratten-Corps in Hans van Manens Geometrie-Poem "Unisono". Hat Rekord-Qualität - weil man es nicht satt kriegt, wenn es so präzise und hingebungsvoll präsentiert wird. Konzentration und Hingabe zeichnet auch die Interpretation der folgenden Ballette aus: Jiri Kyliá´ns ernste Dvorá´k-Reflexion "Evening-Songs", von den drei Paaren mit erstaunlich modernem Bewegungsgefühl ausgeführt. Seine liebevolle Ballettklassik-Parodie "Sinfonie in D" gestaltet das Bosl-Ensemble mit Lust und Können im Komödiantischen. Zwischen diesen beiden modernen Kyliá´ns "Esmeralda" von Jules, 1844, in dem klassischer Pas de Quatre demonstriert wird und klassisch-erzählerischer Pas de deux von Joana de Andrade mit Wlademir Faccioni (Staatsballettmitglied).</P><P>De Andrade muss einmal an einen Ballettchef geraten, der etwas aus ihrem dramatischen Talent macht. Das Drama, die aktuelle Talsohle der deutschen Ballettszene, auch der des Staatsballetts: dass man nicht mehr imstande ist, Sondertalente zu erspüren und zu Künstlerpersönlichkeiten heranzuziehen.</P><P>Nochmals 23. 11., 11 Uhr.<BR><BR></P>

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