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Für zwei Stunden amüsant: Atze Schröder

Revolution mit Atze Schröder

München - Wie war la revolución? Antwort: Recht lustig. Die Kritik zu Atze Schröders Doppel-Auftritt im Circus Krone.

Atze Schröder, der Mini­pli-Comedian aus Essen, alberte sich mit seinem Programm Revolution an zwei ausverkauften Abenden durch den Circus Krone – und bewies, dass sein Humor eher rückwärts gewandt als revolutionär ist. Aber auch, dass ein Abend mit Atze immer noch unterhaltsamer ist als die immergleiche Mann-Frau-Litanei des artverwandten Kollegen Barth.

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Denn der Perückenträger gibt sich spürbar mehr Mühe als Mario Barth – sowohl bei der schicken Bühnen-Deko mit einem schrottreifen Che-Guevara-Heli als auch bei der Themenauswahl. Bisweilen versuchte sich Schröder gar in Kabarett und Sozialkritik – etwa als er das Einkommensgefälle zwischen Bohlen und der alleinstehenden Mutter anprangerte, die nicht weiß, wie sie die Zahnspange ihrer Tochter bezahlen soll.

Sein Fazit: Deutschland ist reif für die Revolution – am besten mit Commandante Atze. Schlussendlich war die Ruhrpott-Revolution aber nur der Aufhänger für klassisch derben Schröder-Schabernack, z.B. über hitzigen Sex („Gegen uns ist das Kamasutra ein Pixi-Buch“) und Männer-Schlampen: „Männer haben zwei Wäschehaufen: Dreckig – und dreckig, aber geht noch.“ Feinsinnig ist die Currywurst-Revolte nicht – aber für zwei Stunden amüsant.

Jörg Heinrich

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