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Johannes Strate von Revolverheld.

Konzertkritik

Revolverheld engagieren Gebärdendolmetscherin

München - Sie wollen ihre Musik und ihre Texte auch gehörlosen Fans zugänglich machen: Deswegen hat die Band Revolverheld für ihren Auftritt in der Tonhalle eine Gebärdendolmetscherin engagiert.

Die Dame links außen fällt sofort auf. Eine Backgroundsängerin? Nein. Denn Laura singt nicht, sondern bewegt schnell ihre Hände, Arme, ja ihren ganzen Körper zu dem, was die Herren neben ihr fabrizieren. Die Band Revolverheld hat in München wieder eine Gebärdendolmetscherin engagiert, um ihre Musik und vor allem ihre Texte auch ihren gehörlosen Fans zugänglich zu machen. Wie viele das am Mittwochabend in der Tonhalle sind, ist unbekannt.

Auf jeden Fall ist der Saal proppenvoll – und wird von Anfang an von den Hamburger Burschen mächtig angeheizt. Album- und Tourtitel „Immer in Bewegung“ bildet den krachenden Auftakt. Und genau so geht’s weiter. Selbst die vielen Balladen der Helden kommen live kraftvoller als auf CD oder im Radio daher. Vier Gitarren samt Verstärker bringen die seichten Pop-Gewässer, in denen sie sich oft bewegen, in Wallung.

Licht- und Videoshow

Dazu kommen Johannes Strates beeindruckende Stimme sowie die Licht- und Videoshow. Emotionaler Höhepunkt: die aktuelle Single „Ich lass für dich das Licht an“, die das junge Publikum begeistert mitsingt. Auch sonst sind die Münchner textsicher. Kein Wunder bei den eingängigen, manchmal allzu simplen Zeilen mit den vielen „Ohohs“.

Den Hit „Spinner“ dürfen zwei kleine Buben, die erstmals auf einem Konzert sind, hautnah auf der Bühne und mit Capri-Sonne in der Hand erleben. Die erste Zugabe spielen die Nordlichter am Mischpult mitten in der Menge.

In der Münchner Tonhalle begann vor zehn Jahren alles für die Revolverhelden, sagt Strate. Damals spielten sie vor Silbermond und bekamen danach ihren ersten Plattenvertrag. Doch das jetzige Konzert auf ihrer bisher größten Tour wird ebenso in positiver Erinnerung bleiben. Auch durch den Einsatz der famosen Gebärdendolmetscherin.

Marco Mach

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