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„Wo gibt’s denn heut noch sowas?“ Revolverheld spielten am Dienstagabend in der Münchner Olympiahalle.

Clubkonzert im XXL-Format

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Revolverheld begeistert in der Olympiahalle – nett und anständig

Bis es losging, konnte es am Dienstagabend in der Olympiahalle etwas länger dauern. Dann aber richtig!

Revolverheld hatten erst einmal einen Einspieler mitgebracht, da philosophiert Schauspieler Oliver Wnuk als Barkeeper verkleidet auf Großleinwand-Video über das Leben – um dann endlich die Fans in der Olympiahalle aufzurufen: „Aber nun: Genießt es!“ Da kommen sie, durchs Publikum, Johannes Strate und seine Jungs von Revolverheld. Nicht etwa zur großen Bühne, nein, auf die kleine Anhöhe in der Mitte der Halle. Passend zum Motto „MTV Unplugged“.

„Das ist mit Abstand die größte Show, die wir je in München gespielt haben“, erzählen sie begeistert. Irgendwann begann’s im Backstage, zehn Jahre später ist der Raum zwar größer – doch musikalisch sind sie sich treu geblieben. Was sie an diesem Abend bieten, ist Clubkonzert in XXL-Format.

Sie haben Rachel mitgebracht. Als sie gemeinsam mit Strate „Spinner“ anstimmt, zart, zurückhaltend, zur Akustikgitarre – das hat Gänsehauteffekt. Zu einem ihrer beliebtesten Hits kommt James-Bond-Bösewicht Götz Otto als Überraschungsgast auf die Bühne. Nicht nur sein Mundharmonika-Spiel bringt die gut gelaunten Fans aus dem Häuschen. „Das kann uns keiner nehmen“ – oh, oh, ooohoo; hier trinken, singen und johlen sie gemeinsam aufs Leben.

Und dann? Geht’s – die Fans in Reihe eins freut’s – doch noch nach vorn. Der Vorhang fällt, Teil zwei des Abends beginnt. Inklusive Blockflötensolo von Anna. „Wo gibt’s denn heut noch sowas?“, ruft Strate amüsiert. Ungewöhnlich ist hier ansonsten an diesem Abend freilich nichts. Dafür sind die Hamburger viel zu nett und anständig. Sie liefern lebensbejahende, hymnenartige Gute-Laune-Songs – eben das, wonach man sich sehnt an einem der ersten Frühlingsabende des Jahres.

Und weil's so schön ist, wollen die sympathischen Nordlichter auch gar nicht mehr aufhören. Bis weit nach 23 Uhr genießen sie das Smartphone-Lichtermeer der Tausenden in München; reden - dem ein oder anderen Getränk geschuldet? - im Laufe des Abends mehr als sie singen. Doch auch das mit viel ehrlichem Spaß. So kann der Frühling beginnen.

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