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Phil Vetter.

Musiker aus Dachau

"Das Blaue vom Himmel": So klingt Phil Vetters neues Album

Dachau - Eine schummrige Bar, in der einen Hand eine Zigarette, in der anderen einen Whisky, philosophierend über das Leben – und aus den Boxen kommt Phil Vetter. Wir haben uns das neue Album angehört.

Irgendwie entsteht ein solches Kopfkino, wenn man das neue, sechste Album des Singer-Songwriters (45) aus Dachau hört. Das liegt sicher am wunderbaren Saxofon, an der Klarinette (beides: Flo Riedl), an den insgesamt traumhaft-leichten Klanglandschaften, an den feinsinnigen, lyrisch-poetischen Texten. Das ist Charakter- statt Radiopop.

Die große Gefahr dabei lauert jedoch genau in dieser Bar-Atmosphäre. Darin, dass man irgendwann Vetters kunstvoll gewebten Faden verliert und letztlich mit dem Glas in der Hand im Gedankenkarussell entschwebt. Ein bisschen weniger Freigeist, ein wenig mehr Druck (wie von den Bläsern), etwas mehr Packendes hätten der Platte gutgetan.

Ein wenig mehr von früher sozusagen. Schließlich hat Vetter wilde Jahre als Punk- und Rockmusiker hinter sich. Mit neun Jahren noch Trompeter im Blasorchester, mit 13 Gitarrist, ab 1991 die ersten Bands: Garden Gang (Folk-Punk), Erdling (Grunge) und Sitter (Crash-Pop). Bekannt wurde er vor allem von 1999 bis 2005 als Frontmann der Alternative-Rock-Band Big Jim. In jenem Jahr dann der Wandel zum Liedermacher, Multiinstrumentalisten, zum „Sad Man Walking“ (so ein Albumtitel), der letztlich in deutscher Sprache und heute nun in „Das Blaue vom Himmel“ mündet. Schon die Eröffnungsnummer „Im Grünen“ weist den Weg zu dem, was folgt: Unwirkliches, Verrücktes, teils Vertrautes, wirr Geordnetes mit Interpretationsspielraum. Zwölf Songs mit Titeln wie „Nonsens“, „Trottelkind“ und „Buntes Licht“. Der bunte Hund und Neu-Berliner Phil Vetter geht weiter seinen Weg. Den richtigen?

Phil Vetter: „Das Blaue vom Himmel“ (Hausboot).

Marco Mach 

 

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