Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

Risiko ist Programm

- "Für die Münchner kann es doch nur spannend und lebendig sein, zwei verschiedene Theaterhaltungen kennenzulernen." Als Frank Baumbauer dies 2001, zu Beginn seiner Intendanz an den Münchner Kammerspielen, sagte, widersprach er damit den Erwartungen, er wolle vor allem Konkurrenztheater zu Dieter Dorn machen. Dieser hatte nach unschönem Vorgehen der Stadt die Kammerspiele verlassen und war im Bayerischen Staatsschauspiel auf der anderen Straßenseite mit offenen Armen empfangen worden.

Als Baumbauer ankündigte, ein anderes Theater, eine andere Sichtweise bieten zu wollen, war das nur zu verständlich. Schließlich sollte sich das Jugendstiltheater, damals noch mitten in der Sanierungsphase, auch mit seinem neuen Ensemble neben Dorns Theater mit seinem gleichmäßig hohen Niveau und seinen exzellenten Schauspielern behaupten können. Heute wird der gebürtige Münchner Baumbauer, der auf Herausforderungen dieser Art abonniert zu sein scheint, 60 Jahre alt.

Bereits 1983 war er in seiner Heimatstadt Intendant geworden. Damals am Residenztheater, das er nach Kontroversen mit dem Freistaat verließ. Da hatte der anfängliche Regisseur sich bereits auf das Theatermanagement verlegt. Mit Erfolg.

In Basel schaffte er es, dem bedeutungslos gewordenen Stadttheater innerhalb seiner fünf Intendantenjahre wieder künstlerischen Anspruch zu verleihen. Und als er 2000 das Hamburger Schauspielhaus verließ, hatte er dort nicht nur nach eigener Einschätzung "sieben gute Jahre" verbracht. Auch hier hatte er sein Geschick bewiesen, Regietalente zu finden und an sich zu binden. Etwa die Regisseure Luk Perceval oder Jossi Wieler ("Alkestis", "Mittagswende"), dem er seine in München bisher größten Erfolge verdankt. Eine andere, neue Theaterhaltung für die Kammerspiele hat er ganz sicher gefunden. Gegentheater macht er trotzdem, aber zu sich selbst. Da gibt es wunderbare Entdeckungen (Johan Simons' "Die zehn Gebote") und umstrittene Experimente (Andreas Kriegenburgs "Die Nibelungen"). Das Risiko ist Programm. Spannung und Lebendigkeit damit aber auch.

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