Robbie hat für uns den Swing angekurbelt

- Mit Ovation feierten am Montagabend rund 2000 Zuschauer in Berlin drei deutsche Musiker, die mit Swing-Musik zu Legenden wurden: Im Friedrichstadtpalast gaben Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser den Auftakt zu einer Konzertreihe, die am 8. Mai in Köln enden (kein Auftritt in München) und angeblich ihre Abschiedstournee werden sollte. Doch so schnell werden die drei nicht von der Bühne verschwinden, erzählt der Münchner Max Greger.

Am Bühneneingang waren gar keine Groupies zu sehen?

Greger: Naa, die Zeiten sind vorbei. Aber im Ernst: Wir haben nie Groupies gehabt. Es liegt sicherlich mit an der Musik, die ist nicht so aufregend. Wir haben schon Anhängerinnen gehabt, ja. Aber Groupies in dem Sinne von wilden Frauen, das nicht. Kreischen hat es bei uns nie gegeben. Das war wohl mehr ein Fall für Peter Kraus.

Was waren die schönsten Momente in Ihrem Musikerleben?

Greger: In der DDR habe ich mal ein Konzert gegeben vor sage und schreibe 100 000 Menschen. Ich habe das Foto noch, das kann man sich gar nicht vorstellen. Mit Lolita und Fred Bertelmann. Das war ein unwahrscheinliches Konzert. Und dann natürlich meine ausverkauften Konzerte in der damaligen Sowjetunion. Es war noch nie vorher ein westliches Orchester dort. Ich musste den Veranstaltern damals das Programm in München vorspielen, und dann haben die sich so Titel rausgesucht wie "Ich tanze mit dir in den Himmel hinein". Anschließend musste ich unterschreiben, dass ich nichts anderes spiele als die ausgesuchten Titel.

Sie stehen seit rund 60 Jahren auf der Bühne und verfügen über ein riesiges Repertoire - wie schwer war es da, zusammen mit Paul Kuhn und Hugo Strasser die Stücke für diese Tournee zusammenzustellen?

Greger: Ja, 60 Jahre, das ist tatsächlich richtig. Wenn ich mal überlege - ich bin 1945 Profi geworden. Was unser Programm angeht, das hat sich in den letzten drei Jahren langsam entwickelt. Wir haben immer wieder neue Nummern ausprobiert. Und dann muss man auch ganz ehrlich sagen: Für uns war es gut, dass dieser Robbie Williams mit seinem sagenhaften Konzert in der Royal Albert Hall auf Frank Sinatra gemacht hat. Vorher haben viele Leute doch gar nicht mehr gewusst, was "Mack The Knife" ist. Robbie Williams hat für uns den Swing noch einmal richtig angekurbelt.

Eine Abschiedstournee, wie angekündigt, ist das hier aber nicht. Sie planen ab 2. April zu ihrem 80. Geburtstag eine weitere Tournee.

Greger: Da hat der Veranstalter im Pressetext zuerst geschrieben, das sei die absolute Abschiedstournee und die drei, die so viel geleistet haben, seien endgültig vorbei. Der Hugo sagt: Ich hör' nicht auf, was redet der da. Der Paul auch nicht. Und ich starte am 2.4. meine Geburtstagstournee. Eine Abschiedstournee würde ich nie machen. Ich mache meine Geburtstagstournee, und dann versuche ich, langsam zu verschwinden.

Das Gespräch führte Stefan Lange

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