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Robbie Williams in München .

Konzertkritik

That‘s Entertainment! Robbie Williams im Olympiastadion

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Da sag’ noch einer, Pop ist tot! Das, was zigtausende Fans im ausverkauften Olympiastadion am Samstagabend bei traumhaften Open-Air-Bedingungen erleben durften, war lupenreiner Pop. Die Konzertkritik zu Robbie Williams.

München - Die bis ins Detail ausgeklügelte Show eines der größten lebenden Pop-Entertainer, der sich auch noch in Bestlaune präsentierte: Um Punkt 21 Uhr schallte „God Bless Our Robbie”, eine Art Hymne auf sich selbst, vom Band, bevor Robbie Williams im Männerrock (!) mit dem Titelsong des neuen Albums „The Heavy Entertainment Show” das Konzert eröffnete. Bei allem artigen Applaus: Da konnte sich der von allerlei reizenden Damen flankierte „Rock DJ” noch so hingebungsvoll ins Zeug legen – erst beim Intro von „Let Me Entertain You” fauchte die Arena ohrenbetäubend auf und die „Heavy Entertainment Show” konnte im beidseitigen Einverständnis losgehen.

In diesen ersten Minuten zeigte sich auch gleich das einzige Problem des Abends, wenn es denn überhaupt eins gab: Die aktuellen Songs des Briten, wenngleich live durchaus wirkungsvoller als auf Platte, ziehen nicht ansatzweise so wie seine Hits vor 2003. Bis heute ist kein würdiger Nachfolger beispielsweise für „Feel”, „She’s The One” oder das unsterbliche „Angels” in Sicht.

Robbie Williams - König der Entertainer

Aber Robbie Williams ist eben Robbie Williams, der König der Entertainer, weil er dem Publikum gibt, was es will: Seine Hits zwischen Sing und Swing und eine Show, die sich weit entfernt von Tiefstapelei bewegt. Allein die Bühne! Dem aktuellen Album-Artwork gemäß in Boxring-Optik und mit mehreren Ebenen gestaltet, auf denen die großartige Band wirken konnte. Dazu ein Laufsteg, damit His Robness darauf auf- und abgockeln konnte, wenn er nicht gerade in einem überdimensionierten Boxhandschuh übers Publikum flog. Dazu gab’s reichlich Feuerwerk, Glitter- und Flitter sowie eine spektakuläre Lichtshow. Irgendwie unfassbar, dass Amerika und vor allem Las Vegas schon so lange um diesen begnadeten Egozentriker herumkommen, der sich versöhnlicher mit seiner Boygroup-Vergangenheit zeigte als noch vor ein paar Jahren: Sehr zur Freude hauptsächlich der weiblichen Fans ließ er „Come Undone” in den Take-That-Hit „Never Forget” übergehen. Überhaupt wurde viel gecovert: Als Tribut an den verstorbenen George Michael ließ er eine rauschende Version von „Freedom! ’90” vom Stapel.

Gänsehautmomente gab’s reichlich, aber keiner war so schön wie der, in dem Robbie Williams seinen Vater Pete auf die Bühne holte, der mit dem gesamten Stadion Neil Diamonds „Sweet Caroline” schmetterte. Als Zugabe gab’s das durch Frank Sinatra bekannt gewordene „My Way” – großes Pop-Entertainment eben.

Christoph Ulrich

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