Robinson im Kirschgarten

- An den Münchner Kammerspielen sei man stolz, so Intendant Frank Baumbauer bei der Pressekonferenz: Er und sein Team stellten den zweiten Teil der Spielzeit 2005/ 06 vor. Die Besucherzahlen stiegen, die Theatercard komme gut an, man sei als Gastensemble überall begehrt - "Othello" darf sogar nach Stratford upon Avon -, und erneut ist man zum Berliner Theatertreffen eingeladen ("Dunkel lockende Welt"). Auch die Finanzen habe man im Griff - trotz teurer Auswärtsspiele und Einladungen von Kollegen nach München.

Allerdings fürchtet Baumbauer, "dass uns das in den nächsten Jahren nicht mehr gelingen mag". Von 2008 bis 2011 muss das Kulturreferat wahrscheinlich fünf Millionen Euro einsparen: "Es kann sein, dass das ein Problem wird für die Kammerspiele - dann hören Sie ganz schnell von mir!"

Zunächst jedoch steht Erfreuliches an. Am 17. März wird die Otto-Falckenberg-Schule wiedereröffnet. Ein Teil muss allerdings noch in der Dachauer Straße verbleiben, denn der Neubau an der Stollbergstraße wird nun erst begonnen. "Dennoch verspreche ich mir eine dichtere Zusammenarbeit." Im Frühjahr soll, laut Baumbauer, die Stelle des Schulleiters ausgeschrieben werden, damit sich ab Sommer/ Herbst der Nachfolger von Christoph Leimbacher einarbeiten kann.

Ebenfalls erfreulich: Brigitte Hobmeier ist zurück auf der Bühne in Tschechows "Kirschgarten", und Nina Kunzendorf - auch nach der Baby-Pause - in der Wiederaufnahme von Claudels "Mittagswende" (8.4.). Spannend die Uraufführung: Die Umwandlung einer Umwandlung versucht das Theater mit "Robinson Cruso, die Frau und der Neger". J.M. Coetzee hatte Daniel Defoes Roman zivilisationskritisch umgekrempelt. "Foe" nehmen Pieter De Buysser und Johan Simons auf und machen ihrerseits ein Stück daraus.

Eine Änderung des Spielplans gibt es auch. "Alle Lust will Ewigkeit", dieser Liederabend von Franz Wittenbrink, entfällt, dafür bietet er sein Fußball-Projekt "Männer". Neben den Lesungen, dem Themenwochenende ("Du sollst nicht sparen", 10./ 11.3.) und anderem sticht "Bunnyhill II" hervor. Diesmal wird nicht die Trabantenstadt, sondern das Zentrum ausgeforscht - ein Haus in der Sendlinger Straße und seine Bewohner.

Das Programm:

 "Der Kirschgarten", Premiere: 24.2., Regie: Lars-Ole Walburg.

 "Robinson Cruso, die Frau und der Neger", 4.3., Johan Simons.

 "Stadt, Land, Fisch", 5.4., Ché´touane, Autorenwerkstatt.

 "Bunnyhill II - Wem gehört die Stadt", 21.4.-27.5.

 "Berliner Geschichte", 28.4., Kriegenburg; Übernahme aus Hamburg.

"Die Räuber", 5.5., Christiane Pohle.

"Männer", 30.5., Wittenbrink; Hamburg-Produktion.

Die Gastspiele:

 "Der Bus", 24./ 25.3., Hamburg.

 "Ein Herz ist kein Fußball", 13.5., Berlin.

 "Brel 2", 7.6., Toneelgroep Oostpool.

 "Hedda Gabler", 10./ 11.6., Berlin.

 "Yotsuya Ghost Story", 16.6., Tokio.

Der Vorverkauf für alles beginnt morgen. Tel. 089/23 39 66 00.

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