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Gianna Nannini rockt mit ihren fast 60 Jahren alles in Grund und Boden bei Rock meets Classic in der Olympiahalle,

Olympiahalle

Rock meets Classic: Gianna Nannini haut alle um

München - Zunächst war "Rock meets Classic" in der Olympiahalle eher nur solide. Doch dann kam Gianna Nannini und haute alle um.

Wie immer: Richten muss es dann doch die Frau. Nach gut einer Stunde, in der Rock meets Classic solide, aber auch sehr vorhersehbar durch Hits der Vergangenheit segelt, stürmt Gianna Nannini die Bühne und erweist sich tatsächlich als das, als was sie angekündigt wurde: „very special Guest“.

Ian Gillan (re.) gibt souverän den Rausschmeißer.

Nannini beschleunigt von null auf 250 in weniger als einer Sekunde und bläst mit ihrer manischen Energie das Publikum in der nicht ganz gefüllten Münchner Olympiahalle regelrecht um. Es kann unmöglich wahr sein, dass diese Frau fast 60 Jahre alt ist, so aufgedreht wie sie über die Bühne springt. Mit ihrer unsagbar kraftvollen Stimme singt sie alles in Grund und Boden. Ihr Auftritt ist unbestreitbar der Höhepunkt des Abends.

Ähnliches gilt für Ian Gillan, der charmant und souverän den Rausschmeißer gibt und den Verdacht untermauert, dass viele Texte von Deep-Purple-Hits keinerlei Bedeutung haben: „Die wurden zwischen zwei Bier in der Kneipe gekritzelt.“ Er feuert nicht nur Klassiker ab, sondern auch ebenso schöne wie obskure Juwelen, etwa When a blind man cries – eine Ballade, bei der ein Orchester-Arrangement tatsächlich sinnvoll ist. Längst versucht Gillan nicht mehr, die kreischenden Höhen zu erreichen, für die er einst berühmt war, und das ist durchaus ein Gewinn, wenn man ihn dieses Lied singen hört.

Ansonsten ist das alles ein bisschen sehr aufgebläht. Wobei man zugeben muss: Wenn der unverwüstliche Riff von Heat of the Moment und John Wettons markante Stimme ertönten, nimmt man alles hin. Selbst Flammenwerfer und Konfetti-Regen.

Zoran Gojic

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