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Laut und schnell: Airbourne bei Rockavaria.

Konzertkritik

Airbourne bei Rockavaria: Es wird laut, Freunde!  

München - Es ist der pure Gegensatz. Während im Olympiastadion die unzerstörbaren Kiss ein wahrhaftiges Show-Feuerwerk mit viel Pyrotechnik und noch mehr Schminke zünden, betritt in der wenige Meter entfernten Halle der Nachwuchs die Bühne. Hier ist die Kritik zu Airbourne.

Vier ziemlich unscheinbare junge Männer aus Australien. Keine Schminke. Kein Tam-Tam. Schwarze Hosen, schwarze T-Shirts. Oder gleich gar keins, wie bei Frontmann Joel O'Keeffe. Einzige Bühnendeko: Eine plakative Wand aus Marshall-Verstärkern, die kompromisshalber in der Mitte eine kleine Lücke lässt, damit der Schlagzeuger auch mitspielen kann. Die Ansage ist deutlich: Es wird laut, Freunde.

Airbourne bei Rockavaria 2015: Wie AC/DC auf Vorspultaste

Und das wird es. Laut und schnell. Von der ersten Sekunde an fetzt Joel O'Keeffe über die Bühne, als wäre der Gitarrengott höchst persönlich hinter ihm her. Am Mikrofon hält er es nur kurz aus, um seine Zeilen ins Publikum zu krächzen. Airbourne klingen wie eine AC/DC-Scheibe mit gedrückter Vorspul-Taste. Testosterongeladener kann ein Auftritt nicht sein. Ein neues Album gibt es noch nicht, also preschen die vier End-Zwanziger durch ihre drei bisherigen Veröffentlichungen. Aus dem treuen Publikum wird jede Nummer frenetisch mitgegröhlt.

Rockavaria 2015: Ein Bad in der Menge für den Airbourne-Frontmann

O'Keeffe bedankt sich, indem er sich auf den Schultern eines Sicherheits-Mitarbeiters durch die Menge tragen lässt. Die Gitarre hat er dabei natürlich in der Hand und schrammelt sich ganz nebenbei ein Hochgeschwindigkeits-Solo von der Seele. Ein kurzer Plausch mit dem Tontechniker und schon sprintet O'Keeffe schon wieder in Richtung Bühne. Der arme Security, der den Rockstar mit der lockigen Mähne im Auge behalten sollte, eilt chancenlos hinterher.

Rockavaria 2015: Spaß mit der Aufblas-Gitarre

Nur einer kann mit der Energie des Frontmanns mithalten: Ein nicht mehr ganz junger Gitarren-Liebhaber im hinteren Bereich des Innenraums. Der schleudert sich und sein aufblasbares Instrument dermaßen hingebungsvoll durch den gesamten Stehplatzbereich, als würde er gerade für die Luftgitarren-Weltmeisterschaft proben.

Zur Zugabe kurbelt O'Keeffe an einer ohrenbetäubend lauten Handsirene – um dann mit dem Rausschmeißer "Runnin' Wild" dem Auftritt die Krone aufzusetzen. Nach 15 Minuten überzogener Spielzeit, zwei am Kopf des Sängers zerschlagenen Bierdosen und literweise Schweiß auf der Bühne sowie im Publikum hat der Wahnsinn ein Ende. Ein echtes Feuerwerk, auch ohne Pyrotechnik.

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Samstag in Bildern

Dominik Göttler

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