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James Hetfield von Metallica beim Rockavaria-Finale auf der Hauptbühne.

Konzertkritik

Krachendes Finale: Metallica bei Rockavaria

München - Die vier US-Schwermetaller von Metallica haben am Sonntagabend im Münchner Olympiastadion ein krachendes Finale von drei Tagen Rockavaria abgeliefert. Unsere Konzertkritik:

Übertourt? Überaltert? Übersättigt? Überschuldet? Welche Über-Begriffe werden nicht schon seit Langem für Metallica benutzt. Wer sie jedoch am Sonntagabend erlebt hat, der hat nur noch einen Begriff parat: überwältigend! Wieder einmal.

Warum ständig Neues bieten, wenn das Alte die Anhänger noch soooo glücklich macht? Mit urgewaltiger Wucht, spürbarer Spielfreude und professioneller Präzision bringen die Kalifornier Zehntausende auf Touren – natürlich erst nach traditionellem Ennio-Morricone-Hallunken-Soundtrack. "Fuel" folgt. Vollgetankt. Spätestens zu Klassikern wie „Master Of Puppets“ tobt das Stadion. Einige Fans dürfen sogar auf der Bühne hinter der Band feiern. Festival-Kracher wie „Lords Of Summer“ sind zu hören. Aber genauso Live-Raritäten wie "The Unforgiven II". Solche Balladen, auch "Nothing Else Matters" am Ende einfach wunderbar, erzielen bei Metallica irgendwie mehr Wirkung als bei anderen Bands. Am Freitag ist das so auf Schalke, jetzt in München.

Die markanten „Yeaaahs“ vom schwer tätowierten Frontmann James Hetfield, in Kutte und bestens bei Stimme, die legendären Riffs von Gitarrist Kirk Hammett und Bassist Robert Trujillos sowie Lars Ulrichs Schlagzeug-Peitschenhiebe samt Grimassen – einmalig. Und gut zwei Stunden lang. Noch dürfen sich die mehrfach Grammy-Prämierten (100 Millionen verkaufte Platten) Heavy-Metal-Weltmeister nennen. Noch funktioniert also das fast 34 Jahre alte, global agierende Unternehmen Metallica. Und wie!

Marco Mach

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