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Inzwischen auf der Bühne: die Emil Bulls. Für die Jungs ein Heimspiel. Circle Pit im ersten Wellenbrecher.

Kritik vom Sonntag

Heimspiel für die Emil Bulls - das war der Auftritt der Crossover-Könige

Wie tritt man ein Heimspiel an? Natürlich mit aggressivem Pressing: Unsere Kritik zum Auftritt von Emil Bulls beim Rockavaria 2018 - ein klarer Punktsieg für die Hohenschäftlarner.

München/Hohenschäftlarn - Die Nebelmaschine hüllt das Podium in einen weißen Schleier, als die Mannschaft den Platz betritt. Es ist ein Heimspiel für die Emil Bulls. Und das auch noch auf der imposantesten Bühne, die München zu bieten hat – dem Königsplatz. Und wie tritt man ein Heimspiel an? Natürlich mit aggressivem Pressing. „Kill your Demons“, gefolgt von „Devil and the deep blue Sea“ – die Crossover-Könige aus Hohenschäftlarn machen sofort klar, dass sie nicht angetreten sind, um Eigentore zu schießen.

Frontmann Christoph von Freydorf, wie gewohnt im Basketball-Dress der Chicago Bulls, setzt auch gleich den ersten Stimmungstest. Die Resonanz bei „Not Tonight Josephine“? Noch etwas verhalten. Das sind die Bulls anders gewohnt von ihren jährlichen Weihnachtsauftritten im Münchner Backstage, wenn die Besucher lauter grölen als der Sänger. 

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Aber bei den hochsommerlichen Temperaturen und der drückenden Nachmittagssonne sitzt es sich halt ganz gut in der weichen Wiese. „Habt Ihr Euch jetzt warm gemacht? Kehlchen geölt?“, fragt von Freydorf, und beim brachialen „Here comes the Fire“ ist dann zumindest das bühnennahe Publikum an Bord. Es wäre kein Heimspiel ohne den zwölften Mann, der einen nach vorne peitscht.

Fans der Emil Bulls wissen, was sie bei einem Konzert erwartet. Knüppeldicke Metal-Riffs, dazu von Freydorfs melodischer Gesang – der Wechsel zwischen Härte und ruhigeren Passagen macht den Sound der fünf Münchner aus. Daran hat sich in den vergangenen 23 Jahren nicht viel geändert. Und das ist gut so.

Bei „Nothing in this World“ geht der erste Wellenbrecher in die Knie, um auf Kommando ausgiebig zu tanzen – auch wenn sich das Publikum nicht ganz so textsicher präsentiert wie gewohnt. Dafür ist der Applaus im Anschluss umso lauter. Und bei „When God was sleeping“ kommen die Besucher schließlich richtig ins Schwitzen; der „Circle Pit“ rotiert fleißig. Das Heimspiel endet mit einem klaren Punktsieg für die Münchner Bullen.

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