Programm des neuen Münchner Festivals

Rockavaria „aus Metall gegossen“

München - Es sind die großen, alten Namen des Rockzirkus, mit denen im kommenden Mai im Münchner Olympiapark ein neues, dreitägiges Musikfestival starten wird: Metallica, Kiss und Muse spielen bei „Rockavaria“.

Die Stadt München sei „musikoffen“. Davon ist Christian Diekmann überzeugt. Das Publikum hier sei außerdem „extrem Rock-orientiert“. Das weiß der Vorstand der Deutschen Entertainment AG (Deag) nicht erst seit dem umjubelten Freiluft-Konzert von Black Sabbath im Juni auf dem Königsplatz: In München seien die Besucherzahlen immer besser als in anderen Städten, wenn Rockmusiker auftreten. Daher, erklärt Diekmann, sei das Programm des ersten „Rockavaria“-Festivals wie die Bavaria auf der Theresienwiese – „überwiegend aus Metall gegossen“. Soll heißen: Die vielen Facetten des Heavy Metal werden vom 29. bis 31. Mai im Olympiapark zu hören sein. „Umwege in andere Genres“ werde es nicht geben, verspricht Diekmann.

Dieses Versprechen wollen die Veranstalter mit den (Alt-)Meistern des Genres einlösen: Metallica werden gerade mal drei Europa-Konzerte im nächsten Jahr spielen – eines davon in München. Das britische Trio Muse will wohl sein neues Album bei „Rockavaria“ präsentieren, und die Glam-Rocker von Kiss schickten voller Vorfreude eine Videobotschaft. Um diese drei Headliner gruppiert sich ein Programm mit (auch über die Szene hinaus) klangvollen Namen wie Faith No More, Incubus, Limp Bizkit, Judas Priest, Accept, The Darkness oder auch Turbonegro.

Die Konzerte verteilen sich auf drei Orte: das Olympiastadion (in dem rund 68 000 Besucher Platz finden), die Olympiahalle (in die bis zu 12 000 Menschen passen) und das Theatron. Dieses ist für rund 2000 Zuhörer ausgelegt, hier sollen vor allem junge Talente und Bands auftreten. Der Festivalpass für alle drei Tage kostet für Frühbucher im heute beginnenden Vorverkauf 169 Euro – beim Kauf muss jeder Besucher entscheiden, ob er im Stadion einen Sitz- oder Stehplatz haben möchte. In der Olympiahalle und im Theatron ist an allen Tagen freie Platzwahl.

Mit „Rockavaria“ hebt die Deag ein Zwillingsfestival zur „Grünen Hölle“ aus der Taufe, die im selben Zeitraum am Nürnburgring stattfinden wird. Lange war im Vorfeld über diesen Schritt gemunkelt worden, denn „ein Festival steht schlecht auf einem Bein“, wie Deag-Vorstand Diekmann gestern in München einräumte. Erste Überlegungen zu „Rockavaria“ habe es bereits in diesem Frühjahr gegeben – der Olympiapark sei mit seiner „Mischung aus Urbanität und Weitläufigkeit ideal als Standort geeignet“. Damit findet hier zum ersten Mal wieder ein großes Musikfestival statt, seit Marek Lieberberg im Jahr 1996 mit „Rock im Park“ nach Nürnberg gezogen ist.

Der Park wird während „Rockavaria“ nicht gesperrt, der Zugang der Fans wird an den Spielorten geregelt. Zudem wird es – im Vergleich zu anderen Festivals dieser Größenordnung – keine Camping-Möglichkeiten auf dem Areal geben: Zeltende Festivalbesucher (mit allem, was dazugehört) waren eines der Probleme, die schließlich zum Umzug von „Rock im Park“ führten.

Bei „Rockavaria“ soll der Olympiapark also nicht so in Mitleidenschaft gezogen werden, wie das damals der Fall war. Natürlich werde man sich auch an die Lärmschutzbestimmungen halten, versichern die Veranstalter. Und mit dem Sicherheitskonzept des Olympiaparks habe man eine „gute Grundlage“ für das neue Festival, erklärt Sicherheits-Chef Andreas Schade. Außerdem werden bei einem Rockfestival – im Gegensatz etwa zu manchen Fußballspielen – keine gewaltbereiten Fans der Kategorie C erwartet. Auch im G7-Gipfel, der eine Woche nach „Rockavaria“ auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen stattfinden wird und gegen den Globalisierungsgegner möglicherweise am letzten Mai-Wochenende in München demonstrieren wollen, sehen die Verantwortlichen „kein Risiko für unsere Veranstaltung“.

Sollte sich daran nichts ändern, dann gilt, was die Musiker von Kiss gestern via Video ankündigt haben: „Germany, We’re Gonna Rock Your Socks Off“. Überflüssig, das zu übersetzen.

Michael Schleicher

Der Vorverkauf

für „Rockavaria“ hat begonnen. Karten gibt es unter der Telefonnummer 01806/ 999 000 555 (0,20 Euro aus dem dt. Festnetz; max. 0,60 Euro aus dem dt. Mobilfunknetz) sowie online auf der Internetseite www.ticketmaster.de. Der 3-Tages-Pass kostet für Frühbucher inklusive Gebühren 169 Euro. Tagestickets stehen nicht zur Verfügung. Mehr Informationen unter www.rockavaria.de

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