Rockiger Start der Queen-Deutschlandtour in Berlin

Berlin - Dr. Brian May ist Physiker mit ausgeprägtem Faible für ferne Galaxien. Aber an diesem Abend ist er ganz dem Irdischen zugewandt - den 8000 Fans in Berlin, die stampfend, tanzend und klatschend ihm und den anderen auf der Bühne huldigen.

Denn im Hauptberuf ist der 61-Jährige Gitarrist der legendären Band Queen. Die Gruppe katapultierte sich in den 70er und 80er Jahren in den Rock-Olymp - dank abgefahrener Songs und der Show ihres genialen Sängers Freddy Mercury.

Dass Queen den Tod ihres Frontmanns im Jahr 1991 irgendwie verkraftet hat, ist wundersam genug. Inzwischen hat die Fangemeinde in großen Teilen auch Paul Rodgers (Ex-Free, Ex-Bad Company) als neuen Sänger akzeptiert. Und jetzt hat die Band die zweite Stufe auf ihrer neuen Mission durch das Rock-Universum gezündet. Sie hat das erste Studioalbum in der neuen Besetzung veröffentlicht. Es heißt "The Cosmos Rocks", womit sich der Kreis zu den wissenschaftlichen Ambitionen von Brian May schließt. Er hat im vergangenen Jahr mit einer Arbeit über Astronomie promoviert.

Die Gruppe stellt das neue Album auf ihrer aktuellen Tournee live vor. Aber zum Auftakt der Deutschlandtour im Berliner Velodrom ging sie erst einmal auf Nummer sicher. Zum Anheizen gab es Queen-Gassenhauer zum Mitjodeln wie "Fat Bottomed Girls", "I Want It All" oder "I Want To Break Free". Und die Fans waren glücklich. "C-lebrity" vom neuen Album fiel mit seinem stampfenden Beat kaum aus dem Rahmen.

"Wollt ihr singen?" - immer wieder wandte sich Brian May auf Deutsch an das Publikum. Das feierte ihn stürmisch, als er zur Akustikgitarre das Liebeslied "Love Of My Life" solo darbrachte. May war mit Freddy Mercury der wichtigste Songschreiber von Queen. Und nach Freddys Tod fiel ihm in den Augen der Fans ganz natürlich die Rolle des neuen Kopfes der Band zu. Aber auch Drummer Roger Taylor bekam riesigen Extra-Applaus. Der 59-Jährige brillierte mit einem fabelhaften Schlagzeugsolo und sang das elegische "Say It's Not True".

Als Reverenz an Sänger Paul Rodgers spielte Queen unter anderem "Feel Like Makin' Love" von Bad Company und den Free-Klassiker "Allright Now". Die Fans machten diesen Ausflug in den Bluesrock sichtlich gern mit. Sie erlebten ein ehrliches Konzert - kein pures Queen-Revival, sondern einen Mix der Stile, Epochen und Biographien. Und auch der selige Freddy Mercury, dem das neue Album gewidmet ist, war dabei. Er wurde als Sänger per Video zu "Bohemian Rhapsody" eingespielt. Und mit dem Rausschmeißer "We Are The Champions" feierten sich Band und Publikum noch einmal so richtig selbst.

In Deutschland sind Queen + Paul Rodgers noch in München (1.10.), Mannheim (2.10.), Hannover (4.10.) und Hamburg (5.10.) zu sehen.

www.queenonline.com

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