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Roland Kaiser legte in München einen großen Auftiritt hin.

Schlagerstar im Circus Krone

Roland, das war kaiserlich!

München - Nur drei Wochen, nachdem Roland Kaiser im Krimischwank aus Münster per Bienenstich vom Leben zum Tode befördert wurde, feierte er in München Wiederauferstehung. Und wie!

Im Tatort gemeuchelt, im Circus Krone quicklebendig. Nur drei Wochen, nachdem Roland Kaiser im Krimischwank aus Münster per Bienenstich – Summ, Summ, Summ – vom Leben zum Tode befördert wurde, feierte er in München Wiederauferstehung. Und wie! Der Roland, der Kaiser, wie Heck immer sagte, lieferte eine exzellente Show ab, eine Gassenhauerei mit Stil. Der alte Hitparaden-Crooner fährt eine fabelhafte Zwölf-Mann-Band mit drei Bläsern auf und singt die Hits aus einer Zeit, als sich Schlagerkomponisten noch Mühe gaben. Ein Gentleman von der Strophe bis zum Refrain, und die Damen im fast ausverkauften Krone waren sich einig: Auch wenn er 60 ist – manchmal möchten wir schon mit ihm …

Wobei: Den chronisch brünftigen Romeo von einst markiert Kaiser nicht mehr, dafür hat er zu viel Leben hinter sich. Stattdessen gibt er lässig und mit Selbstironie den Elder Statesman der Beziehungskisten. Das steht ihm mindestens so gut wie die herrlich altmodischen Schlagergesten, die schon einst bei Hitparaden-Oma Frieda Zölle für späte Feuchtgebiete sorgten. Affären, so der Titel der Tour, habe er immer noch, verrät Kaiser – aber nur mehr mit seinem Publikum. Das ist im Krone jünger als erwartet. Die Ladys, die „Hallo, Herr Kaiser“ sagen, sind eher 30 bis 40 als 60.

Und: Es rastet restlos aus, dieses Publikum. Geh spielen, Justin Bieber, da hältst du nicht mit! Der erste Exzess schon beim schwülen Fremdgeh-Hadern Manchmal möchte ich schon mit Dir, und danach noch mehrfach bei Dich zu lieben, bei Ich glaub, es geht schon wieder los und beim Rausschmeißer Joana (Du Luder!). Und natürlich bei Santa Maria, vor dem der Meister augenzwinkernd auf die zentrale inhaltliche Aussage „Hummnana Hummnana hoa“ hinweist.

Großes Vergnügen somit, leichtfüßig, elegant und charmant. Kaisers Bariton hält die zwei Stunden prächtig durch, klingt trotz Lungen-OP kraftvoll wie eh und je. Wer Schlager mag, hatte einen Riesenspaß. Und wer Schlager weniger mag, muss zumindest anerkennen: ein verdammter Profi, der Kerl. Nicht mehr taufrisch, aber prächtig patiniert. Kaiser bleibt King.

Jörg Heinrich

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