Das rollt so fort

- La Douce France mitten in München: Nach dem Erfolg letztes Jahr mit seinem Festival du Thé´â^tre Francophone wagt das Teamtheater Tankstelle jetzt eine zweite Runde. Zu verdanken ist dieses französische Festival vom 11. Mai bis 26. Juni Petra Maria Grühn: beim Wechsel von Teamtheater-Gründer Stephan Märki 1994 nach Potsdam übernahm sie die Leitung - damals als Schauspielerin und Regisseurin noch leidenschaftlich in Paris in Theaterprojekte involviert.

<P>Sie gehören zur Gattung der Frankophilen. Nach der Ausbildung an der Falckenbergschule, nach Film-, TV- und Theaterengagements sind Sie 1987 nach Frankreich. Mutig für eine Deutsche, die in der fremden Sprache spielen muss. Kriegt man da Arbeit?<BR><BR>Grühn: Was mich betraf, ja. Wenn Sie das Pariser Veranstaltungsheft Pariscope aufschlagen, sehen Sie, dass es viele Theater und unendlich viele Winz-Bühnen gibt. Ich hatte außerdem meine eigene Agentur, nur für meine Stimme. Habe unter anderem Werbespots gemacht und dann 1992 meine Compagnie Anteros gegründet.<BR><BR>Kein Verlustgefühl damals, das alles fürs Teamtheater aufzugeben?<BR><BR>Grühn: Ach, hatte ich ja gar nicht vor! Ich wollte weiterhin pendeln. Blauäugig wie ich war, meinte ich, die Arbeit mit meiner Compagnie mit der im Teamtheater verbinden zu können. Mit Katharina Schöfl (Presse/ Dramaturgie, also "Mädchen für alles", die Red.) mache ich alles alleine, seit 1997 auch noch das Teamtheater Comedy mit seinen Revuen, musikalisch-szenischen Lesungen. Das heißt also: zwei Spielpläne entwerfen, Gastgruppen aussuchen, unzählige Stücke lesen, Schauspieler und Regisseure ausfindig machen. Natürlich möchte ich gerne wieder inszenieren. Aber dafür ist nun mal keine Zeit.<BR><BR>Und das bereits seit zehn Jahren.<BR><BR>Grühn: Ich habe mich schon gefragt, ob es das ist, was ich wollte. Aber das rollt einfach so fort. Immerhin hat die Stadt unser Bemühen um neue Ideen lobend erwähnt und unsere Subvention von 100 000 Euro nicht gekürzt. Wir versuchen, Stücke zu spielen, die noch nicht in München liefen, wie letzthin "Bandscheibenvorfall" von Ingrid Lausund. Und eben unsere Literaturbearbeitungen wie Fontanes Roman "Effi Briest", den ich für die Bühne adaptiert habe. Premiere ist im Herbst. Ich suche gerade jemanden für die Regie.<BR><BR>Unter Stephan Märki gab es einen Stamm von Schauspielern. Zu Zeit kennt man die Gesichter nicht mehr so . . .<BR><BR>Grühn: Märki hatte seine Schauspieler fest angestellt. Das kann ich mir nicht mehr leisten. Trotzdem versuche ich, den Ensemble-Charakter aufrecht zu erhalten, in dem ich wiederholt mit den gleichen Darstellern arbeite, vor allem auch kontinuierlich mit Ausstatterin Barbara Käsbohrer und Lichtdesigner Peter M. Boden.<BR><BR>Sie präsentieren auf dem Festival mit Les Compagnons de Thalie und dem Studenten-Thé´â^tre Elemec zwei ortsansässige französische Theatergruppen. Sind das denn Profis?<BR><BR>Grühn: Sie machen es nicht hauptberuflich, aber immerhin schon jahrelang, was eine Professionalität mit sich bringt.<BR><BR>Und Privatleben?<BR><BR>Grühn: Was ist das?</P><P>Das Gespräch führte Malve Gradinger<BR></P>

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