Der Romantiker

- Der Choreograph Uwe Scholz war ein Romantiker auf der Bühne wie im Leben. An ihm schieden sich die Geister; seine neoklassischen Schöpfungen wurden entweder gefeiert oder ausgebuht. Der schnell international als Star in der Tanzszene geltende Künstler litt jedoch an psychischen Problemen.

Im Juli zog er sich zurück, nach einer Kur verschlechterte sich sein Zustand. Am Sonntag ist Uwe Scholz, wie erst jetzt bekannt wurde, im Alter von 45 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.<BR><BR>Uwe Scholz stammte aus Jugenheim (Hessen), 1973 wurde er von John Cranko an der Ballettschule Stuttgart aufgenommen, wo er von dessen Nachfolgerin Marcia Haydée geprägt wurde. Noch in der Ausbildung choreographierte Scholz 1976 ein erstes Ballett. Nach Aufenthalten in London und New York kehrte er 1977 nach Stuttgart zurück. 1982 wurde er zum "Ständigen Choreographen" ernannt und zog sich als Solist zurück. 1991 übernahm Scholz in Leipzig eines der größten deutschen Ballett-Ensembles. 1994 schlug er einen Ruf der Deutschen Oper Berlin aus. Seine erste Lebens- und Schaffenskrise schrieben Beobachter dem Wechsel seines Intendantenfreundes Udo Zimmermann nach Berlin zu. Von der zweiten persönlichen und künstlerischen Krise erholte sich Scholz nicht mehr. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mordmotor mit Unwucht
Andreas Kriegenburg inszenierte William Shakespeares „Macbeth“ fürs Münchner Residenztheater
Mordmotor mit Unwucht
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“
München - Hansi Kraus ist der ewige Lausbub - auch, weil er diesen in Ludwig Thomas Lausbubengeschichten verkörpert. Im Interview spricht Kraus auch über die …
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“
Stapellauf fürs Themenfrachtschiff
Hamburg - Jörg Widmanns monumentales und mehrheitsfähiges Oratorium „Arche“ ist eine Maßanfertigung für die Hamburger Elbphilharmonie. Die Konzertkritik.
Stapellauf fürs Themenfrachtschiff
Im Minenfeld
München - Bernhard Maaz, Chef der Staatsgemäldesammlungen, spricht im Merkur-Interview über Kunst in der NS-Zeit, Gurlitt, Raubkunst, Provenienzforschung und Restitution.
Im Minenfeld

Kommentare