Er war der Kitt zwischen den Nummern: Clown David Larible.

„Roncallis Primavera“ gastierte vier Tage in München

München - Gut, den esoterischen Fasching mit wallenden Fantasie-Gewändern hätte es nicht unbedingt gebraucht - obwohl zu befürchten steht, dass die pantomimischen Zwischenspiele die dramaturgische Klammer sein sollten.

Aber abgesehen davon konnte „Roncallis Primavera“ die hohen Erwartungen erfüllen, die das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Münchner Philharmonie in dieses verwegene Konzept gesetzt hatte: Musik, Poesie, Artistik und Humor auf höchstem Niveau zu verbinden.

Roncalli-Chef Bernhard Paul hat wirklich sensationelle Artisten aus aller Welt gefunden, deren Darbietungen durch die Begleitung klassischer italienischer Musik eine ungeahnte Kraft entwickelten. Die bewusst elegische Handstandakrobatik von Oleg Izossimov etwa bekam durch die Musik eine kühle Grandezza, die das Ausmaß der Körperbeherrschung erst richtig ersichtlich machte. Höhepunkt des Abends war der Auftritt der vogelwilden Ukrainer von der Truppe „Crazy Flight“, die Hochleistungsbodenturnen mit einer Art anarchischem Ausdruckstanz verbanden und damit triumphierten.

Nie wirkte diese Show wie eine beliebige Nummern-Revue - dank der Musik und des Clown-Veteranen David Larible als Kitt zwischen den Auftritten. Ihm gelang es, uralte Gags taufrisch wirken zu lassen - das eigentliche Handwerk eines Clowns. Als Gesangssolisten überzeugten Marianna Stass und vor allem Ricardo Marinello, der 2007 im Fernsehen zum „Supertalent“ gewählt wurde und seitdem hörbar an seiner Stimme gearbeitet hat. Am Ende viel Applaus und Begeisterung - zu Recht.

Zoran Gojic

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