Roosevelts Panama

- Zwei alte Tanten morden Männer mitten in der Stadt. Das Stück ist einfach zu gut, als dass es ungespielt bliebe. Jetzt hatte der Klassiker der Kriminalkomödien im Bayerischen Hof Premiere: "Arsen und Spitzenhäubchen" von Joseph Kesselring.

<P>Bruni Löbel und Regine Lutz sind die herzigen Giftmischerinnen, die lustvoll allein stehende Herren mit selbst gebrautem Holunderwein ins Jenseits befördern. </P><P>Das befindet sich im konkreten Fall in Panama, was wiederum im Keller ihres Brooklyner Uralthauses liegt. Dort nämlich hebt der depperte Neffe, der sich für Präsident Roosevelt hält (in seinem Ernst sehr komisch: Uwe Goslich), gerade den Panamakanal aus, in dem bereits zwölf Opfer ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.<BR><BR>Das Morden könnte in aller Gemütlichkeit so weitergehen, würde nicht zufällig Neffe Mortimer, von Beruf Theaterkritiker (charmant, nervös und leicht weltfremd: Peter Bamler), in der Truhe die noch nicht entsorgte Leiche Nr. 13 entdecken. Die Sache wird zusätzlich erschwert, da nun auch noch Scheusal Jonathan, der dritte Neffe (als Frankenstein-Verschnitt ziemlich übertrieben: Hardy Hoosman), auftaucht und die lieben Verwandten das Fürchten lehrt. </P><P>Vor allem deswegen, weil der entflohene Zuchthäusler den Tanten in Sachen Mord Konkurrenz zu machen droht. In seinem Schlepptau Dr. Einstein als erbarmungswürdiger Hilfsschüler unter den Gesichts-Chirurgen und Ganoven (von gelungen trauriger Gestalt: Hans B. Goetzfried).<BR><BR>Einen gewaltigen Schlag haben die hier alle. Besonders aber die guten Tanten. In ihrer Abmurkserei herrlich normal erscheint vor allem die erstaunliche Bruni Löbel als Abby. So leicht, so unangestrengt, so natürlich - das macht ihr so schnell keiner nach auf der Boulevardbühne. Von etwas zu aufgesetzter Altjüngferlichkeit ist dagegen Regine Lutz als Martha.<BR><BR>Dass die Aufführung insgesamt viel zu betulich geraten ist, liegt an Regisseur Karl Absenger. Der hat zu wenig auf Tempo und Differenziertheit geachtet.<BR><BR></P>

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