Rückkehr zu den Wurzeln

- Mit Hans Werner Henze feiert in diesem Jahr einer der wohl populärsten Vertreter zeitgenössischer Musik seinen 80. Geburtstag. Da wird es Zeit, noch einmal zurückzublicken auf die Anfänge. Einer der ersten nachhaltigen Erfolge des damals 23-Jährigen war 1949 "Apollo et Hyazinthus", ein intimes Werk für Cembalo und Altstimme, das nun auch das Festspiel-Konzert zu Ehren des Jubilars eröffnete.

Als idealer Rahmen für diese feingliedrige Komposition erwies sich dabei einmal mehr der schnörkellose Raum der Allerheiligen Hofkirche, in der Dirigent Johannes Debus und seine Solisten Luke Green und Frances Pappas das Werk behutsam zum Leuchten brachten. Schroffere Töne steuerte dagegen Hans-Jürgen von Bose bei, der seinem Freund und Mentor eine Neufassung des 1977 entstandenen Streichtrios zum Geschenk machte.

Doch wo Henze die Menschen, für die er seine Musik schreibt, nie ganz aus den Augen verloren hat und deshalb zuweilen auch harsche Kritik einstecken musste, macht es von Bose mit diesem komplexen Stück weder dem Zuhörer noch den Ausführenden besonders einfach. Und so waren hier denn auch einige leichte Koordinationsprobleme zwischen den Musikern nicht zu überhören. Natürlich hatte es sich Henze selbst ebenfalls nicht nehmen lassen, ein Werk für diesen Abend beizusteuern und sich dafür erneut seiner ersten Sinfonie zugewendet, die nun in der Version für Kammerorchester ihre Uraufführung erlebte. Es ist bereits die dritte Bearbeitung, die Henze von diesem frühen Werk erstellt hat. Von einer endgültigen Fassung mag man dennoch nicht sprechen, da auch die älteren Versionen über ihre speziellen Meriten verfügen.

Dafür aber gewährt diese wiederholte Rückkehr zu den eigenen Wurzeln einen aufschlussreichen Blick in die Arbeit des Komponisten, der dem bekannten Material bei jeder Begegnung andere Aspekte abgewinnt und so auch dieser vorerst letzten Fassung einen neuen dabei trotzdem unverwechselbaren Stempel aufdrückt.

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