Rückschau in die Gegenwart

- Sie feiert in München ihren 350. Geburtstag. Ist die Oper deswegen etwa alt? Wie die hoch betagte Dame jung geblieben ist, lässt sich jetzt in einem bunten Prachtband nachvollziehen: "Macht der Gefühle - 350 Jahre Oper in München". Erzählt wird - hauptsächlich über Bilder - die Geschichte der Gattung von 1653 bis heute. Aber, so Autorin Ulrike Hessler: "Dieses Buch möchte nicht dokumentieren, sondern Zusammenhänge herstellen."

<P>Darum beginnt die Rückschau auch in der Gegenwart, in der Ära Peter Jonas'. Den oft knalligen, aber fast immer ästhetisch verführerischen Fotos von Wilfried Hösl sind vielfach die Aufführungsbilder - doch davon leider viel zu wenig - aus längst vergangenen Opernzeiten gegenübergestellt. Der Vergleich fällt nicht immer zu Gunsten der aktuellen Aufführungen aus. </P><P>Eine erstaunliche Modernität vermitteln zum Beispiel die Fotos zu Inszenierungen von Rudolf Hartmann aus den 60er-Jahren. Durchwegs lesenswert: die inhaltlich aufschlussreichen Bildlegenden. Wer aber nicht nur über die Inszenierungen etwas erfahren will, sondern auch über die Sänger, ohne die die Geschichte der Oper nicht denkbar ist, wird enttäuscht sein. Die Größen vergangener Jahrzehnte kommen mehr oder weniger bloß als Randerscheinung vor. Lucia Popp zum Beispiel nur einmal - von hinten.</P><P>Ulrike Hessler, J. Schläder, R. Braunmüller, Wilfried Hösl: "Macht der Gefühle". <BR>Henschel Verlag, Berlin<BR>368 Seiten, 736 Abb.<BR>39, 90 Euro.<BR></P>

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