Rumänische Liebe

- Ziemlich schnell hat man den Verdacht, dass dieser Film eigentlich nur wegen Alexandra Maria Lara gedreht worden ist. Sie stammt aus Rumänien, spricht Rumänisch und Deutsch fließend. Und in "Offset" dreht sich alles um deutsch-rumänische Verwicklungen. Ein Ingenieur (Felix Klare) hat beruflich in Rumänien zu tun, verliebt sich in ein Mädchen (Alexandra Maria Lara) und will sie mit nach Deutschland nehmen. Gegen den Plan hat freilich der Nebenbuhler (Razvan Vasilescu) etwas: So beginnt ein Ringen um die Zuneigung der Dame, das sich zu einem Kulturkampf ausweitet.

Westliche Zuverlässigkeit gegen östliche Nonchalance, Ordnung gegen Chaos. Das wirkt zwar von der ersten Minute an konstruiert, hat aber seinen Charme, nicht zuletzt weil Regisseur Pepe Danquart sein Handwerk beherrscht. Aber die Ausgangsidee ist schnell ausgereizt, und statt einer Entwicklung der Geschichte bietet das Drehbuch zunehmend Klischees. Erschwerend kommt hinzu, dass Lara hier zwar unbestreitbar attraktiv und fotogen ist, aber auch sehr blass.

Ebenso wie Klare. Einzig der rumänische Routinier Vasilescu überzeugt als durchtrieben und dennoch sympathischer Balkan-Filou. Am Ende muss sich die Schöne zwischen zwei Kulturen entscheiden. Zwar liegen Rumänien und Deutschland auf einem Kontinent, aber beide Länder trennen Welten. Das ist die wenig originelle Botschaft. Interessant daran bleibt lediglich, dass keineswegs ausgemacht ist, dass die westliche Kultur die erstrebenswerte ist. (In München: Museumslichtspiele i.O.)

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