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„Rennen ist nicht so mein Ding“: Der eine oder andere Sprint blieb Rupert Grint in der Rolle des Kleinganoven Charlie Cavendish in der Serie „Snatch“ dennoch nicht erspart. Der Zehnteiler läuft ab jetzt beim Sender AXN.

„Harry Potter“-Star Rupert Grint:

„Als Verbrecher wäre ich ein Versager“

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Rupert Grint über die Gangsterserie „Snatch“ und sein Entkommen aus der Gefangenschaft des „Harry Potter“-Universums.

Manchester - Seine Kollegen Daniel Radcliffe und Emma Watson waren in den vergangenen Jahren auf der Leinwand ordentlich präsent. Doch viele Harry-Potter-Fans fragten sich: Was treibt eigentlich Rupert Grint, der Dritte im Bunde? Jetzt wissen wir’s: Er ist Koproduzent und Hauptdarsteller der zehnteiligen Krimiserie „Snatch“, die auf Guy Ritchies gleichnamigem Kinofilm aus dem Jahr 2000 basiert und ab heute auf dem Pay-TV-Sender AXN läuft. Sie handelt von einer Gruppe junger Kleinganoven, denen ein Lastwagen mit gestohlenen Goldbarren in die Hände fällt. Wir treffen Rupert Grint kurz vor Abschluss der Dreharbeiten in Manchester. Er begrüßt uns ganz unprätentiös in einem grauen Hoodie und mit verwuscheltem Rotschopf – und wirkt dabei wie der nette Kumpel von nebenan. Es ist früh am Morgen; der 28-Jährige macht noch einen etwas verkaterten Eindruck und braucht erst einmal einen Kaffee (schwarz, ohne Zucker). Aber dann läuft er langsam warm.

Was erwartet uns in „Snatch“? Ein Aufguss des Kinofilms?

Nein, eben nicht. Wenn man einen Kultfilm richtig clever in eine Serie verwandeln möchte, muss man ihn komplett neu erfinden. Von Guy Ritchies Meisterwerk haben wir nur einige Kernelemente übernommen: das Kleinkriminellen-Milieu, die pointierten Dialoge, die durchgestylte Inszenierung... Wir erzählen eine ganz andere Geschichte mit völlig neuen Figuren, darunter auch – im Unterschied zum Kinofilm – einige starke Frauen. Der große Vorteil unserer Serie ist, dass wir viel mehr Raum für die Entwicklung der einzelnen Charaktere haben.

Und was ist das für ein Kerl, den Sie da spielen?

Er heißt Charlie Cavendish, stammt aus einer total verarmten Adelsfamilie, ist ständig pleite und schlägt sich mit kleinen Gaunereien durchs Leben. Ein gutmütiger, loyaler, sympathischer Chaot, der allerdings gern exzessiv feiert, wodurch er sich einige Chancen ruiniert.

Sind Sie privat auch so ein Partyhengst?

Hm, also… (Druckst herum.) Nun, ich denke, in dieser Hinsicht sind wir einander recht ähnlich. (Lacht.)

Charlie sieht auf den Szenenfotos immer ein bisschen aus wie ein Gentleman-Gangster…

Ja, er ist stolz auf seine Abstammung. Darum kleidet er sich, obwohl er kaum Geld hat, immer stilvoll, fast wie ein Mitglied der Königsfamilie. Zur Vorbereitung auf die Rolle habe ich mir viel von Prinz Harry abgeschaut – seine Körperhaltung, sein Gebaren, seine Sprechweise, einfach alles. Harry war, ohne es zu wissen, eine große Inspiration für mich!

Genießen Sie es, vor der Kamera Dinge zu tun, für die man Sie im wirklichen Leben verhaften würde?

Ja, und wie! Das erinnert mich an meine Kindheit: Schon als kleiner Bub habe ich total gern Bankräuber gespielt. Guy Ritchies „Snatch“ habe ich damals im Kino gesehen, obwohl ich eigentlich viel zu jung dafür war; ich fand es toll, dass die Typen auf der Leinwand Sachen gemacht haben, die ich mich niemals getraut hätte. Und jetzt darf ich selbst in diese Gangsterwelt eintauchen – herrlich!

Glauben Sie, dass Sie das Zeug zu einem guten Gauner hätten? Hätte aus Ihnen ein erfolgreicher Bankräuber oder Betrüger werden können?

Nein, definitiv nicht. Als Verbrecher wäre ich ein kompletter Versager. Ich habe schon Schiss, wenn ich nur daran denke. Ich trage einfach nicht das Gangster-Gen in mir. Bereits beim Schwarzfahren würde ich Schweißausbrüche kriegen. Als Kind habe ich mal eine Haarbürste geklaut – doch die Schuldgefühle danach konnte ich kaum aushalten.

Haben Sie denn in Ihrem Leben nie etwas Verbotenes getan?

Abgesehen von der Haarbürsten-Nummer? Nein. Ich bin nicht der Typ für so etwas. Nun gut, hier und da mag ich mal zu schnell gefahren sein. Aber sonst... Nichts, was ich in diesem Interview zugeben sollte! (Lacht.)

Was war für Sie die größte Herausforderung bei „Snatch“?

Die Action-Szenen. Dazu muss ich sagen, dass Rennen nicht so mein Ding ist. Ein Sprint vor der Kamera fällt für mich schon in die Kategorie „Stunt-Sequenz“!

Haben Sie für die Rolle extra trainiert?

Nein. Stimmt, das hätte ich vielleicht tun sollen… (Lacht.)

Seit dem letzten „Harry Potter“-Film haben Sie unter anderem kleine Independent-Filme gedreht, Zeichentrickfiguren Ihre Stimme geliehen oder in London und New York Theater gespielt. Ist es Ihnen wichtig, Verschiedenes auszuprobieren?

Ja. Im „Harry Potter“-Universum gefangen zu sein, so viele Jahre lang immer wieder dieselbe Figur verkörpern zu müssen, das hatte etwas Erdrückendes. Ich war froh, als es vorbei war – genau im richtigen Moment: Es war höchste Zeit, Versäumtes nachzuholen und neue Herausforderungen anzunehmen. Wer ständig dasselbe tut, lernt auch nichts dazu. Insofern waren die Dinge, die ich nach Potter gemacht habe, wie eine dringend nötige Ausbildung für mich.

Sie sind seit Ihrem zwölften Lebensjahr ein Filmstar. Wie kommt es, dass Sie offenbar überhaupt keine Starallüren entwickelt haben?

Keine Ahnung. Es war schon seltsam, in dieser Potter-Blase aufzuwachsen, aber ich hatte das Glück, dass ich stets von guten Leuten umgeben war. Und ich bin einfach dankbar, dass ich beruflich genau das tun kann, was mir am meisten Freude bereitet. Ja, ich glaube, das ist der Schlüssel: eine Menge Spaß an der Sache!

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