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Ist jetzt wieder „Sasha“ (r.) – sein Alter Ego „Dick Brave“ macht Urlaub.

Musiker spricht über sein Comeback

Sasha über München: "Leute wissen, wie man feiert"

München - Über Jahre war der Sänger "Sasha" von der Bildfläche verschwunden. Zumindest mit diesem Namen. Der Musiker spricht im Interview über den München-Zoff 2004 und sein Alter Ego.

Zum Interview mit Sasha empfängt einen Julia Röntgen – seine PR-Managerin und seit kurzem Ehefrau. Es gibt aber auch berufliche Neuigkeiten im Leben des 1972 als Sascha Schmitz in Soest geborenen Sängers: Nach seinem Pop-Comeback 2014 wird der Wahl-Hamburger Anfang 2016 neuer Juror der Castingshow „The Voice Kids“. Davor kommt er Anfang Dezember mit aktuellem Album „The One“ zum Konzert nach München. Einer Stadt, zu der Sasha einen besonderen Bezug hat, wie er sagt.

Herr Röntgen-Schmitz, so heißen Sie doch jetzt, richtig?

Sasha: Genau. Weil in Deutschland nicht beide Partner einen Doppelnamen führen dürfen, habe ich den Namen meiner Frau angenommen. Zumal ich ihre ganze Familie einfach so gerne mag, ist das eine Ehre für mich. Und mal ehrlich, Schmitz ist jetzt nicht so doll.Wie ist es denn sonst so, verheiratet zu sein?

Sasha: Das ist eine ganz tolle Geschichte. Ein guter Schritt. Ich kann es nur jedem glücklichen Paar empfehlen. Das gibt einer Beziehung den Extra-Schliff. Nach standesamtlicher Hochzeit im kleinsten Kreis folgt nächstes Jahr noch die dreitägige Riesenparty auf Mallorca mit Familie, allen Freunden und Bekannten.

Jetzt kommen Sie als Sasha erst einmal auf Club-Tour nach München. Noch Erinnerungen an 2004?

Sasha: Der irre Königsplatz-Streit, in dem Rea Garvey und ich von der Stadtverwaltung fast verbannt wurden, weil unsere Musik nicht zum historischen Platz und Stadtbild passen würde.

Genau.

Sasha: Wir haben dann doch auf dem Königsplatz gespielt. Und es war eines meiner schönsten Konzerte. Es gab sogar mal eine Zeit, da hätte es mich fast privat nach München gezogen. Dann ist es doch Hamburg geworden. Aber ich habe viele Fans und Freunde in München, immer eine gute Zeit in der Stadt. Die Leute wissen halt, wie man feiert.

Das zeigte auch Ihr letztes, schnell ausverkauftes Konzert im Sommer im Freiheiz. Deshalb auch der jetzige Nachschlag. Was erwartet die Fans diesmal in der Muffathalle?

Sasha: Naja, im Grunde ein ähnliches Programm. Ich werde versuchen, noch ein paar Leuten mehr mein neues Album „The One“ vorzustellen. Dazu streue ich aufgrund der Jahreszeit höchstwahrscheinlich noch zwei, drei Weihnachtssongs ein – und natürlich ein paar schöne Versionen alter Hits aus meinem mittlerweile ziemlich großen Portfolio.

Ist Ihr rockender und rollender Alter Ego Dick Brave auch mit dabei?

Sasha: Darüber habe ich tatsächlich nachgedacht – und mich dann dagegen entschieden. Da Sasha jetzt sechs Jahre lang Pause gemacht hat und hinter Dick zurückstand, ist es eine reine Sasha-Veranstaltung. Jetzt ist Sasha-Zeit! Was nicht ausschließt, dass es irgendwann einmal die Doppelshow geben könnte. Dass Dick wieder auftaucht.

Wo ist Dick überhaupt im Moment? Wieder im Busch verschollen? Sie haben sich doch immer so schön-skurrile Geschichten zu ihm ausgedacht.

Sasha: Ich habe das diesmal bewusst gelassen, weil die Geschichten drumherum irgendwann zu stark dominierten. Da verliert man leicht die Kontrolle. Aber ich nehme an, er ist im Urlaub!? Ich persönlich vermisse ihn zurzeit überhaupt nicht. Wann er wieder kommt, entscheide ich immer aus dem Bauch heraus. Alles andere wäre nicht echt. Keine Ahnung, ob und wann mich das Rock’n’Roll-Fieber wieder packt. Das nächste Album wird definitiv wieder ein Sasha-Album. Ich wollte ja eigentlich zuletzt ein Dick-Brave-Album machen.

Und dann?

Sasha: Merkte ich, dass ich Sasha-Songs geschrieben hatte. Ich kann mich halt als Sasha viel mehr ausleben, habe mich über die Jahre musikalisch entdogmatisiert. Das heißt, ich mache mir keine Vorgaben mehr, denen ich hinterher arbeite. Ich kann als Sasha alles machen, worauf ich Lust habe – ein gutes Gefühl. Dick Brave ist ein schönes Zeitprojekt, aber auf Rock’n’Roll in der coolsten Instanz beschränkt.

Pop, Schmacht-Balladen, Swing, Rockabilly, Party, ein bisschen Reggae – Sie sprechen Ihre musikalische Vielfalt an. Haben Sie überhaupt keine Berührungsängste?

Sasha: Wenige. Es wird wahrscheinlich nie ein Techno-Album von mir geben. Oder eine sehr düstere Heavy-Metal-Platte. Dazwischen ist alles möglich.

Das Gespräch führte Marco Mach.

Das Album: Sasha: „The One“ (Sony)

Das Konzert: 1. Dezember, München, Muffathalle, Karten unter Telefon 01805/607070 .

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