Sängerwettstreit im Gedenken an Marcello Viotti

"Vokal genial": - Bei italienischer und französischer Oper war er fast unschlagbar. Und selbst wenn es sich um eine "normale" Repertoire-Vorstellung handelte: Stand Marcello Viotti im Orchestergraben, dann war auf einmal Premierenfieber da. Doch vor zwei Jahren der Schock. Im Alter von 50 Jahren erlitt Viotti, dieser temperamentvolle Mr. Überall, einen tödlichen Schlaganfall.

Das Münchner Rundfunkorchester, damals von der Auflösung bedroht, stand auf einmal ohne seinen wichtigsten Fürsprecher da - und die Musikwelt ohne einen ihrer temperamentvollsten, sympathischsten Dirigenten.

Im Gedenken an den Unvergleichlichen wurde nun ein Gesangswettbewerb aus der Taufe gehoben - als Koproduktion der Münchner Konzertgesellschaft und des Rundfunkorchesters. Der Titel: "Vokal genial". Gestern begannen die Proben fürs öffentliche Halbfinale, das am morgigen Samstag im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks ausgetragen wird (11 bis 17 Uhr).

Der erste Preis ist mit 7000 Euro dotiert und verbunden mit einem Auftritt in München sowie einer Studioproduktion mit dem Rundfunkorchester. 4000 Euro gibt es für den zweiten, 3000 Euro für den dritten Rang.

Zehn Sängerinnen und Sänger sind noch im Rennen, in der Jury sitzen Prominente wie Tenor Francisco Araiza, Regisseur John Dew, Sopranistin Edith Wiens und Ulf Schirmer, Chefdirigent des Rundfunkorchesters. Schirmherrin ist Brigitte Fassbaender.

Schirmer und sein Ensemble begleiten die Kandidaten bei den Endrunden, das Finale ist am kommenden Montag, 19.30 Uhr, ebenfalls im Studio 1 des BR. Dabei wird überdies ein Publikumspreis vergeben. Doch beim einmaligen Gedenken wird es nicht bleiben: Alle zwei Jahre soll der Wettbewerb künftig ausgetragen werden, und dies jedes Mal mit einem anderen Schwerpunkt. Für 2009 denkt man an Operette und Neue Musik, später an die deutsche Oper - alles Stilrichtungen, für die Marcello Viotti geliebt wurde.

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