+
Sergej Filin, Chef des Moskauer Bolschoi-Theaters, ist bei einem Säureanschlag schwer verletzt worden.

Tänzer gesteht Attacke

Säure-Attentat auf Moskauer Ballett-Chef

Moskau - Das Säure-Attentat auf den Chef des Moskauer Bolschoi-Theaters wurde von den eigenen Reihen aus angezettelt. Ein Tänzer des weltberühmten Balletts hat nun gestanden.

Der Tänzer Pawel Dmitritschenko habe den Anschlag gestanden , erklärte die Polizei am Mittwoch in Moskau. Zusammen mit zwei Komplizen soll der 29-Jährige die Attacke gegen den künstlerischen Leiter Sergej Filin geplant und ausgeführt haben. Über das Motiv wird noch spekuliert.

Dmitritschenko war noch vor kurzem in der Titelrolle des Balletts „Iwan der Schreckliche“ zu sehen. Er tanzt seit 2002 am Bolschoi und hatte immer wieder große Rollen. Nun zeigte das russische Fernsehen Polizeieinnahmen, auf denen er sagt: „Ich habe die Attacke organisiert, aber nicht in dem Ausmaß, wie sie dann passiert ist.“ Ob die Aussage unter Druck entstand, war zunächst nicht nachzuprüfen.

Polizeisprecherin Swetlana Kokotowa sagte der Nachrichtenagentur AP, die Polizei nehme an, dass Dmitritschenko „persönliche Feindseligkeit aufgrund seiner professionellen Tätigkeit“ gegen Filin gehegt habe. Kollegen von Filin hatten zuvor erklärt, die Attacke könnte mit Filins Auswahl von Tänzern für besonders begehrte Rollen zu tun haben.

Filin hatte bei dem Anschlag am 17. Januar schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Augen erlitten. Er wurde bei der Heimkehr von der Arbeit überfallen. Derzeit wird er in Deutschland behandelt.

Schwefelsäure ins Gesicht gekippt

Die Polizei hatte die Festnahme der drei Verdächtigen am Dienstag gemeldet. Dmitritschenko soll den Anschlag geplant haben, ein zweiter Mann soll dem Ballett-Chef die Schwefelsäure ins Gesicht gekippt haben, der dritte soll den Täter zum Tatort gefahren haben.

AP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Desperate Housewives am Volkstheater
Pınar Karabulut inszenierte am Münchner Volkstheater die Uraufführung von Charlotte Roos’ „In den Straßen keine Blumen“, ein Best-of von Federico García Lorca. Lesen Sie …
Desperate Housewives am Volkstheater
Das Merkur-Konzertabo für unsere Leser
Die Jubiläums-Saison hat es in sich: Zum zehnten Mal bietet der Münchner Merkur mit dem BR-Symphonieorchester ein Konzert-Abonnement an.
Das Merkur-Konzertabo für unsere Leser
Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
Am Freitagabend wurde Münchens Innenstadt mit hörbarer Spielfreude auf die finnische Art beschallt - denn die nordische Band Sunrise Avenue brachte den Königsplatz zum …
Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester
Die Münchner Galerie Karl Pfefferle zeigt Lithografien und Holzschnitte des Künstlers und Filmemachers David Lynch (“Twin Peaks“). Wir haben die Ausstellung im …
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.