Salzburger Operetten

- Alles andere wäre eine Überraschung gewesen: Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat sich gestern für Jürgen Flimm als neuen Intendanten ausgesprochen. Sein Vertrag beginnt im Oktober 2006 und läuft fünf Jahre. Flimm wird damit Nachfolger von Peter Ruzicka, der sich auf eigenen Wunsch aus Salzburg zurückzieht. Zugleich wurde Peter Schmidl die Verantwortung für den Konzertbereich übertragen. Auch mit der Berufung des derzeitigen Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker wurde allgemein gerechnet (wir berichteten).

<P>Flimm umriss in einem "Grundsatzpapier" seine Salzburger Pläne. So solle jedes Jahr ein Schwerpunktthema gesetzt werden, das alle Sparten aufgreifen. Auch fordert er für die drei Bühnen Großes Festspielhaus, Haus für Mozart und Felsenreitschule eine "stärkere Profilierung durch ein ihnen adäquates Repertoire". Das bedeutet: Mozart im Großen Haus wird es nicht mehr geben, die Felsenreitschule soll vorwiegend für Stücke des 17. und 18. Jahrhunderts genutzt werden. Landestheater, ehemaliges Stadtkino und Perner-Insel sollen "grundsätzlich" dem Schauspiel vorbehalten werden.<BR><BR>Darüber hinaus will sich der 63-Jährige für mehr "Exklusivität" einsetzen. Dazu müsse ein Repertoire gebildet werden, "das ausschließlich hier, auch in Wiederaufnahmen präsentiert wird". Damit scheint sich Flimm von der derzeitigen Praxis abzusetzen, einen Großteil des Salzburger Angebots mit Koproduktionen zu bestreiten. Unter Flimm werden auch Jazz, Crossover-Projekte und Operette berücksichtigt, der künftige Chef fordert nämlich "eine Öffnung zu anderen Genres und Präsentationsformen".<BR><BR>Flimm hat in diesen Tagen sein Amt als Salzburger Schauspiel-Chef abgegeben, um für drei Jahre zur Ruhrtriennale zu wechseln. Der gebürtige Gießener war am Beginn seiner Karriere Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, leitete ab 1985 für 15 Jahre das Hamburger Thalia Theater und war überdies Vorsitzender des Deutschen Bühnenvereins.<BR><BR>In Salzburg möchte Flimm um sich eine Arbeitsgruppe versammeln. Hierfür seien Gespräche unter anderem mit Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst, Klaus Zehelein, Neil Shicoff und Andrea Breth geführt worden - Letztere gilt als heiße Kandidatin für den Posten des Schauspiel-Chefs. Und erste Gerüchte, mit welchem Stück Flimm seine ersten Festspiele 2007 eröffnen will, sind ebenfalls in Umlauf: mit Webers "Freischütz", inszeniert von ihm selbst und dirigiert von Franz Welser-Möst.</P>

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