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Szene aus Iphigénie en Tauride.

Salzburger Pfingstfestspiele

Iphigénie en Tauride: Mut zur Hässlichkeit

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München/Salzburg - Der süße Koloraturenspringball, das war einmal. Superstar Cecilia Bartoli hat eine weite Reise hinter sich: So herb, so schonungslos, so ungeschminkt, auch mit so viel Mut zur Hässlichkeit wie in „Iphigénie en Tauride“ kannte man die Römerin bislang nicht.

Mit der Gluck-Oper hat sie sich bei ihren eigenen Salzburger Pfingstfestspielen eine neue Partie erobert, Premiere war am Freitagabend. Umgeben von ihren Gefährtinnen haust diese Iphigénie in einem schiefen, trutzigen Betonbunker. Draußen detonieren die Bomben. Und manchmal spült die Schlachtenrealität auch zwei Männer in den Raum hinein – der eine Iphigénies noch unerkannter Bruder Orest, der andere sein Freund Pylade.

Das Regie-Duo Moshe Leiser und Patrice Caurier verzichtet im Haus für Mozart darauf, die Checkliste der Kriegssymbolik abzuarbeiten. Was gelingt, ist eine schmucklose, mätzchenfreie, intensive Inszenierung, die sich (bei einem Stück, in der Gefühle zu Akteuren werden, goldrichtig) auf die inneren Kämpfe ihrer Figuren konzentriert. Energiezentrum neben Cecilia Bartoli im für sie neuen Charakterfach ist Christopher Maltman als Oreste: ein Antiheld, ein Gezeichneter, beherrscht von einer dumpfen Gewalt, die sich auch vokal immer wieder Bahn bricht.

Für den Klang des Orchesters I Barocchisti muss man erst die Ohren justieren. Dirigent Diego Fasolis setzt weniger auf Überwältigung und saftige Kulinarik, sondern auf einen skelettierten Klang: ein strenger, stets antreibender, souverän taktierender Lotse, der Bühnen- und Grabenpersonal am kurzen Zügel hält, sich für Momente der Innerlichkeit aber dann doch Raum und Zeit gönnt. Ovationen für die Bartoli und ihre Kollegen, die Regie kassierte ein paar Buhs.

Eine ausführliche Kritik dieser Premiere und anderer Aufführungen der diesjährigen Salzburger Pfingstfestspiele lesen Sie am Dienstag im Münchner Merkur.

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