Sanierung des Cuvilliés-Theaters kurz vor dem Abschluss

München - Nach fast zwei Jahren steht die Sanierung des Münchner Cuvilliés-Theaters kurz vor dem Abschluss. Bis zur Eröffnung am 14. Juni mit der Mozart-Oper "Idomeneo" werde noch am Feinschliff gearbeitet, sagte Finanzminister Erwin Huber (CSU) am Donnerstag bei einem Besuch auf der Baustelle.

Im Zuschauerraum des Rokoko-Theaters in der Münchner Residenz wurden die prächtig verzierten Balustraden restauriert und neue Stühle für die rund 520 Zuschauer angeschafft. Die bordeaux-rote Stoffbespannung an den Wänden wurde ausgebessert. Für ein Theater-Foyer wurde außerdem ein ehemals offener Innenhof mit einer leicht gewölbten Glaskuppel überdacht.

Noch sind die üppigen Schnitzereien in weiß, rot und gold sowie das helle Parkett der Bühne mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Der Fußboden wird mit Plastikplanen und Teppichen geschützt. Der Baustaub müsse äußerst vorsichtig entfernt werden, sagte der Leiter der Bauabteilung der bayerischen Schlösserverwaltung, Mathias Pfeil. "Das ist wie Schmirgelpapier." Ende März soll der neue Schmuckvorhang im Zuschauerraum aufgezogen werden. Die ersten Proben sind im April geplant.

Kurfürst Max III. Joseph hatte das Theater von 1750 an als "Neues Opera Hauß" von Francois Cuvilliés errichten lassen. Der Maler und Stukkateur Johann Baptist Zimmermann schuf ein Deckenfresko, das aber bereits 1801 im Zuge einer Restaurierung entfernt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Theater im März 1944 durch Bomben zerstört. Nur die wertvollen Schnitzereien und Balustraden konnten gerettet werden. In den 1950-er Jahren wurde das Cuvilliés-Theater als Heimat des Bayerischen Staatsschauspiels an anderer Stelle in der Residenz wieder aufgebaut.

Das neue Cuvilliés-Theater sei ein Spagat zwischen Rokoko, den 1950-er Jahren und der Neuzeit, beschrieb Pfeil das Sanierungskonzept. Insgesamt kosten die Arbeiten 24,5 Millionen Euro. Davon entfallen rund 22 Millionen Euro allein auf die Erneuerung von Technik und Leitungen. Rund 5 Millionen Euro an Spendengeldern steuern die private Initiative "Comité Cuvilliés" und die Ernst von Siemens Kulturstiftung bei, den Rest zahlt der Freistaat.

Huber zeigte sich mit den Arbeiten an dem Kleinod in der Münchner Innenstadt sehr zufrieden. "Mir gefällt es ausgezeichnet", lobte er das Projekt, das seinem Vorgänger Kurt Faltlhauser sehr am Herzen gelegen hatte. Lediglich die Deckenbemalung im Zuschauerraum, die mit einer diffusen Mischung aus blau, rosa und weiß an Wolken erinnert, fand nicht ganz seine Zustimmung. "Das ist ja nur eine Ersatzlösung, dieser grau-blaue Himmel", monierte er. "Ich hätte da mehr Farbe reingebracht."

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