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Graue Tristesse auf dem Grünen Hügel: das eingerüstete Bayreuther Festspielhaus. 

Abbröckelnde Fassade

Sanierungsfall Bayreuth

Bayreuth - Der Bayreuther Festspielhügel sieht im Winter nie sehr einladend aus. Dort, wo normalerweise üppig bepflanzte Blumenbeete leuchten, ist die Erde umgegraben. Die Parkplätze sind leer. In diesem Jahr ist das Bild besonders trist.

Das Festspielhaus ist eingerüstet. Schäden an der Fassade, Putz bröckelt. Weiß-rote Absperrbänder flattern im Dezemberwind.

Es ist eine denkbar ungünstige Zeit für Bauarbeiten. In wenigen Wochen beginnt das Wagner-Jubiläumsjahr. Der 200. Geburtstag des Komponisten wird weltweit gefeiert. Dass am Haus Sanierungsbedarf besteht, ist schon seit einiger Zeit klar. Dass jetzt wohl bis ins Frühjahr hinein Gerüste aufgebaut bleiben, war allerdings so nicht geplant. Der vergangene Winter habe der Fassade stark zugesetzt, sagt der Chef des Verwaltungsrats, Toni Schmid. Nun mussten die Verantwortlichen nach einer Expertenbegehung schnell reagieren: Die Absperrungen sollen verhindern, dass abbröckelnde Fassadenteile Passanten gefährden. Das Gerüst soll Baufachleuten den Zugang zur Fassade erleichtern. Bis zum 31. März sollen die Experten die Fassade genau untersuchen. „Wenn es sicher genug ist, kann das Gerüst dann wieder weg.“

Die Zeit drängt: Die Probenarbeiten für den neuen „Ring des Nibelungen“ sollen im Frühjahr beginnen. Am 22. Mai, an Wagners Geburtstag, soll Christian Thielemann ein Konzert zu Ehren des Jubilars dirigieren. Die Akutmaßnahmen zur Sicherung der Fassade bezahlt die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Die Mäzene sind Gesellschafter der Festspiel-GmbH – genauso wie Bund, Land und Stadt Bayreuth. Wie es weitergeht, soll im März beschlossen werden: In welchem Umfang muss saniert werden? Wer zahlt wie viel? Wie sieht der Zeitplan aus? Bis zu 48 Millionen Euro könnten laut Experten eine großangelegte Sanierung des Gebäudes kosten. Schmid betont, im Haushalt des Freistaats seien schon 16 Millionen für Bayreuth vorgesehen. Das Land habe seine Hausaufgaben gemacht.

Von Kathrin Zeilmann

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