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Carlos Santana

Santana belebt den Geist von Woodstock

Mainz  - “Echte Hippies glauben nur an zwei Dinge: Liebe und Frieden!“ Mit diesen Worten hat Carlos Santana zum Start seiner Deutschland-Tour an gute alte Tugenden erinnert.

40 Jahre nach dem legendären Woodstock-Festival spielte er am Samstagabend in Mainz zu Beginn und zum Ende seines Konzerts vor rund 8000 Fans jene Songs, die ihm damals zum Durchbruch verhalfen. Neben vielen Klassikern gab es Hits aus seinem Erfolgsalbum “Supernatural“ aus dem Jahr 1999.

Die Mischung aus “handgemachter“ Musik und Weltverbesserungsrhetorik kam bestens an und auch der befürchtete Regen blieb aus. Viele Zuschauer verließen das Open-Air- Gelände mit einem Lächeln im Gesicht. Kurz vor seinem 62. Geburtstag an diesem Montag kam Santana mit einem T-Shirt auf die Bühne, auf dem der Aufdruck “Woodstock Festival 1969“ zu lesen war.

Erstes Stück des Abends war “Soul Sacrifice“, als letzte Zugabe nach mehr als zwei Stunden Livemusik spielte der gebürtige Mexikaner “Jingo“, den ersten Santana-Song, der es in die Charts geschafft hatte. Mit “Evil Ways“ und “Black Magic Woman“ waren weitere Oldies zu hören, die 1969 als Sensation galten. Sie legten den Grundstock für Santanas Mischung aus Rockmusik, afrikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen. Ein Höhepunkt des Abends war die Santana-Hymne “Oye como va“. Im Publikum waren - zumindest dem Aussehen nach - nur wenige echte Woodstock-Veteranen auszumachen.

Dabei waren viele ältere Besucher zum Konzert gekommen. Sie tanzten selbstvergessen oder lauschten andächtig den ruhigeren Instrumentalstücken. Spätestens ab dem zweiten Stück “Into The Night“ klatschten und hüpften die Zuschauer beinahe auf Zuruf. Vergangene Woche hatte Santana gegen die uninspirierte Computermusik heutiger Tage gewettert. In Mainz zeigte er nun, dass eine gute Band und fantasievolle Songs immer noch begeistern können. Dabei erwies sich der virtuose Gitarrist in langen Soli einmal mehr als Saitenakrobat.

In der Mitte des Konzerts erinnerte Santana in einer kleinen Rede an John Lennons Song “Imagine“ und an Nelson Mandela , der am Samstag Geburtstag hatte. Seine Zuhörer rief er auf, “Brücken für eine bessere Welt“ zu bauen - voller Harmonie, Vergebung und Gleichberechtigung. Der Alt-Hippie bekam dafür freundlichen Applaus.

dpa

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