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Ob aktuell Ulla Schmidts gestohlener Dienstwagen...

Schadenfreude als Verkaufsanreiz

Satire als Werbung: Wie ein Autovermieter die Pleiten, Pech und Pannen der Politiker für seine Anzeigenkampagnen nutzt.

Strahlend lächelnd blickt Ulla Schmidt in die Kamera. Freut sie sich so, weil ihr gestohlener Dienstwagen wieder aufgetaucht ist? Nein, die Gesundheitsministerin hat einen Entschluss gefasst: „Versprochen: Nächstes Mal miete ich bei Sixt.“ So sieht es zumindest der Autovermieter. Das Unternehmen nahm Schmidts Dienstwagenaffäre sofort zum Anlass, mal wieder mit ironisch-pfiffiger Werbung auf sich aufmerksam zu machen, die das Konterfei einer ins Gerede gekommenen Politikerin benutzt.

„Sixt ist bekannt für und legt Wert auf Werbung, die unkonventionell ist und Aufmerksamkeit erregt“, sagte ein Sprecher des Konzerns. Mit solchen Kampagnen wolle man sich abheben von Einheitswerbung: „Wir setzen auf kesse, ironische, manchmal auch provozierende Werbung, die schmunzeln lässt und klare Botschaften für die Kunden enthält.“

Wie die für ihren Humor bekannte Ministerin reagiert, ist nicht bekannt: „So etwas kommentieren wir nicht“, teilte ihr Ministerium mit. Das lässt vermuten, dass die SPD -Politikerin nicht dagegen vorgehen wird, dass ihr Bild ohne Genehmigung für Reklamezwecke verwendet wird. Schließlich weiß sie aus den Erfahrungen von Kollegen, dass ein juristischer Sieg nicht unbedingt zu erwarten wäre – wie etwa Oskar Lafontaine erfahren musste, der gegen eine Werbung bis vor den Bundesgerichtshof zog und verlor. „Aber die allermeisten der Politiker, die sich in unseren Kampagnen wiederfinden, nehmen es mit Humor“, erklärt der Firmen-Sprecher.

...oder die Debatte um Angela Merkels Frisur im Jahr 2001: Die Werbung ironisiert Politikerbilder.

So wie Kanzlerin Angela Merkel , die vor acht Jahren ebenfalls zum „Opfer“ wurde: „Ich sehe das gelassen“, sagte Merkel damals. Juristisch werde sie nicht dagegen vorgehen, „aber ich finde, Frau Sixt könnte mich als Wiedergutmachung einmal zu einer Cabriofahrt einladen“. Von den Witzen über ihre Frisur sei diese Werbung „sicherlich ein Gag der intelligenteren Sorte“.

Auch Gerhard Schröder wehrte sich nicht gegen einen Auftritt als Werbefigur: Als 1998 Unklarheit über den Kurs des damaligen SPD -Kanzlerkandidaten herrschte, war in einer Anzeige für ein Navigationssystem Schröders Konterfei zweimal abgebildet: nach links und nach rechts blickend. Dazu hieß es, das Unternehmen habe „Autos für Leute, die noch nicht genau wissen, wo sie hinwollen“. Die SPD nahm’s mit Humor: Wenn der Autovermieter „nicht weiß, wo Schröder hinwill, die SPD weiß das“.

Von Mirjam Mohr

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