Schalk in den Tonlöchern

- Unfassbar, mit welch grandioser Kreativität und irrsinnigem Spielwitz Saxofour über Weihnachten hereinbricht und dabei authentisch bis ins Mark bleibt: Die Show, die Wolfgang Puschnig, Florian Bramböck, Klaus Dickbauer und Christian Maurer bei Jazzlines im Münchner Haus der Kunst geliefert haben, war musikalisch wie kabarettistisch unvergleichlich. Von der ersten Minute an war der Schalk aus sämtlichen Tonlöchern aller vorhandenen Instrumente nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.

<P class=MsoNormal>Dass dieses außergewöhnliche Saxophonquartett die ihm zugewiesene Bühne auf das gesamte Areal des Theaters ausweiten würde, machten die vier Spitzbuben schon bei ihrem Einzug klar: Man stelle sich die Bühne, übernommen von der "Clavigo"-Produktion des Staatsschauspiels,wie einen Laufsteg vor, beidseitig flankiert von den Zuschauertribünen. Das Publikum richtet die Aufmerksamkeit erwartungsvoll auf die noch leere Bühne, als schon die ersten Töne wahrzunehmen sind; aus allen möglichen Ecken und Winkeln der Stellwände, die den Raum unterteilen, ist das Frage-Antwort-Spiel saxophonistisch zu vernehmen. Die Zuschauer sind von Anfang an hundertprozentig miteinbezogen in die Show.</P><P class=MsoNormal>Europäische Weihnachtslieder stehen auf dem Programm; die Arrangements lassen an intelligentem Witz, feinsinniger Musikalität, Wechseln in Sachen Tempo, Stilistik und instrumentaler Besetzung nichts zu wünschen übrig. Puschnig und seine "Spitzenbuben" gehören sicherlich mit zum Kreativsten, was die europäische Szene derzeit musikalisch zu bieten hat; und die hintersinnig-witzigen Showeinlagen der Musiker offenbaren auf die angenehmste Art das "Kind im Mann"; wie alles, was die vier an diesem Abend vorstellten, ihre Lebendigkeit dokumentierte . . .</P>

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