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1986 stellte Kuratorin Anne Pingeot (in Rot) François Mitterrand (3.v.l.) und Valéry Giscard d'Estaing (l.) das Musée d’Orsay vor.

Neues Buch mit Liebesbriefen erschienen

Briefe an Anne: Mitterrand schrieb seiner Geliebten

Paris - Sie sei sein "Schatz aller Schätze": Ein neues Buch verspricht Seufzer. Mitterrand hat seiner heimlichen Geliebten Liebesbriefe geschrieben. In "Lettres à Anne, 1962-1995"sind sie nun gesammelt.

"Schatz aller Schätze": Buch mit Liebesbriefen Mitterrands an Geliebte im Handel

Ein Buch mit inbrünstigen Liebesbriefen von Frankreichs langjährigem Staatschef François Mitterrand an seine heimliche Geliebte Anne Pingeot ist am Donnerstag in den Handel gekommen. "Ich liebe meine Hände, die deinen Körper gestreichelt haben, ich liebe meine Lippen, die in dir getrunken haben", heißt es in einem der 1218 Briefe, die in dem Buch "Lettres à Anne, 1962-1995" (Briefe an Anne) veröffentlicht werden.

Der verheiratete Mitterrand und die 27 Jahre jüngere Pingeot führten jahrzehntelang eine heimliche Beziehung und hatten sogar eine gemeinsame Tochter, die 1974 geborene Mazarine. Die französische Öffentlichkeit erfuhr erst 1994 von dem Doppelleben des Sozialisten, der zwischen 1981 und 1995 Präsident war und 1996 an Krebs starb.

Briefe werden immer inniger

Das nun erschienene Buch illustriert die Liebe der beiden vom Jahr ihres Kennenlernens bis kurz vor Mitterrands Tod. Der Politiker - damals 46 Jahre alt, Ex-Minister, Senator und zweifacher Familienvater - hatte die erst 19-jährige Pingeot im Sommer 1962 im westfranzösischen Badeort Hossegor kennengelernt. In seinem ersten Brief verspricht Mitterrand "Fräulein Anne Pingeot", ihr ein Sokrates-Buch zu schicken.

Im Laufe der Jahre werden die Briefe immer inniger. Mitterrand nennt Pingeot unter anderem "sehr geliebte Anne", "Schatz aller Schätze" und "Schöpferin von Freude".

In einem Brief aus dem Jahr 1970 schreibt der Politiker: "Ich liebe Deinen Körper, die Freude, die in mir fließt, wenn ich deinen Mund besitze, die Besessenheit, die mich mit allen Feuern dieser Welt verbrennt, das Hochschießen meines Blutes in Deinem Inneren, Deine Lust, die vom Vulkan unserer Körper auftaucht."

Auch politischer Alltag ist Thema

Zugleich zeigt sich Mitterrand eifersüchtig: "Sich vorzustellen, dass Du körperlich einem anderen gehören könntest, ist furchtbar", schreibt er. Die Briefe nutzt er auch, um aus seinem politischen Alltag zu berichten - und kritisiert dabei selbst Parteifreunde. So bezeichnet er manche Sozialisten als "Idioten und Sektierer".

Mitterrand starb im Januar 1996 im Alter von 79 Jahren an Krebs. In seinem letzten Brief an Pingeot schrieb er: "Du warst das Glück meines Lebens. Wie könnte ich Dich nicht noch mehr lieben?" Die sehr diskrete Pingeot ließ die Briefe ihres Geliebten nun 20 Jahre nach seinem Tod veröffentlichen.

afp

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